Bundesregierung beschließt Meisterpflicht für zwölf Berufe

Handwerksberufe bieten jungen Menschen großes Potenzial, Karriere zu machen. Wer in bestimmten Zweigen aufsteigen will, muss in Zukunft aber auf jeden Fall einen Meisterbrief erwerben.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat sich auf die Wiedereinführung der Meisterpflicht für zwölf Berufe geeinigt. Das Kabinett stimmte einem entsprechenden Gesetzesentwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zu.

«Das Handwerk ist innovativ, regional verankert und erschließt durch seine leistungsfähigen Unternehmen neue Märkte», sagte der Minister. «Dies muss durch einen sachgerechten Ordnungsrahmen begleitet und zukunftsfest gemacht werden.» Betroffen sind unter anderem Fliesenleger, Böttcher und Raumausstatter.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bezeichnete den Gesetzentwurf als «richtigen und notwendigen Akzent für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk». Meister sorgten für Wissenstransfer und seien Vorbild für Auszubildende, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe begrüßte den Beschluss. «Damit ist der Weg frei, die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren», sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Im Rahmen der Agenda 2010 hatte die Rot-Grüne Bundesregierung 2003 den Meisterzwang für 53 Handwerke aufgehoben.

Die Zulassungspflicht wird in folgenden Handwerken wieder eingeführt:

- Fliesen-, Platten- und Mosaikleger - Betonstein- und Terrazzohersteller - Estrichleger - Behälter- und Apparatebauer - Parkettleger - Rollladen- und Sonnenschutztechniker - Drechsler und Holzspielzeugmacher - Böttcher - Raumausstatter - Glasveredler - Orgel- und Harmoniumbauer - Schilder- und Lichtreklamehersteller.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    2
    fnor
    10.10.2019

    Ich hatte gehofft, dass irgendwann der gesamte Meisterzwang abgeschafft wird. Die EU fordert freie Berufswahl, dem steht der Meister im Wege. Aber nur für Deutsche. Um der EU Genüge zu tun, gibt es Sonderreglungen für EU-Ausländer. Das benachteiligt aber die eigenen Bürger. Die meisten Berufe werden sich nicht durch Meisterzwang gegen Billigkonkurrenz behaupten können. Ein Bäcker kann z.B. mit guter Qualität punkten. Wohingegen ich auch in einer Bäckerei mit Meister mindere Qualität bekommen kann. Der Meister ist kein Allheilmittel und gehört abgeschafft.



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