Nur wenige Jobangebote berücksichtigen drittes Geschlecht

Wenn Arbeitgeber einen neuen Mitarbeiter suchen, rechnen sie in der Regel mit einer Frau oder einem Mann als Bewerber. Dass es auch Jobsuchende mit dem dritten Geschlecht gibt, wird von den meisten ignoriert, wie eine Untersuchung zeigt.

London (dpa/tmn) - Nur sieben Prozent aller bundesweit ausgeschriebenen Stellen berücksichtigen im Schnitt das dritte Geschlecht «divers». Das hat eine Untersuchung der Jobsuchmaschine Adzuna ergeben.

Am weitesten vorangeschritten ist dies in den Branchen Handel und Bau (17 Prozent), Buchhaltung und Finanzwesen (15 Prozent) sowie IT (10 Prozent). Eher schleppend läuft die Umstellung in der Fertigung (3 Prozent) sowie im Gesundheitswesen und der Pflege (6 Prozent). Insgesamt hatte Adzuna 570.000 Jobangebote bundesweit untersucht.

Unterschiede gibt es laut der Untersuchung nicht nur bei den Branchen, sondern auch in den Regionen: Am häufigsten tauchen Stellenanzeigen mit drittem Geschlecht in Düsseldorf, Dresden, Bielefeld und Leipzig auf. Auf den hinteren Plätzen liegen Dortmund, Nürnberg und Bremen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Herbst 2017 entschieden, dass im Geburtenregister ein dritter Geschlechtseintrag möglich sein muss. Jetzt hat auch das Bundeskabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Bis Ende 2018 muss die Gesetzesänderung in Kraft treten.

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