Polizist mit Biss

Diensthunde gehen auf Streife und suchen nach Sprengstoff. Die Ausbildung ist anspruchsvoll - genauso wie für ihre Führer. Was den Beruf so spannend macht, zeigt die Messe "Karrierestart".

Ein scharfer Blick, kurze Kommandos - und Big schleicht um sein Herrchen Roy Harzer. "Gehorsam und Arbeitsfreude", erklärt der Lehrwart für Diensthundeführer bei der Bundespolizeidirektion Pirna, "das sind die Voraussetzungen, damit Hunde mit auf Streife gehen können." Der dreijährige Big gehört zur Rasse X-Mechelaar, deren Ursprung der belgische Schäferhund ist.

Bekannt als wendig und reaktionsschnell, ist er als Polizeihund beliebt. "Das heißt aber nicht, dass dafür seine angeborenen Eigenschaften, die er als Schutzhund, bei der Täterabwehr oder Sprengstoffsuche braucht, reichen", sagt der Lehrwart. Dafür brauche es Unterricht. Harzer wählt bei Züchtern Hunde nach Gesundheitszustand und Eignung aus und testet sie bei verschiedenen Übungen. Auch die Diensthundeführer bildet er aus. 44 Männer und elf Frauen führen in Sachsen 55 Diensthunde. Neben belgischen Schäferhunden sind das deutsche Schäferhunde und Mischlinge - verteilt auf die Bundespolizeiinspektionen Leipzig, Dresden, Ludwigsdorf, Ebersbach, Berggießhübel, Chemnitz und Klingenthal.

Übersteht ein Hund die mehrwöchige Probephase, beginnt für ihn der Übungs- und später der Einsatzalltag. Das heißt in Sachsen vor allem Streife im Grenzgebiet, auf Flughäfen, in Stadien und bei Demonstrationen. Die Hunde wehren Gefahren ab, stellen Täter und beißen bei Gegenwehr auch mal zu. Wenn Big auf der Übungswiese über das von Roy Harzer aufgestellte Zaunsfeld springt und nicht vorbeiläuft, steckt dahinter viel Arbeit. Big wird im Frühjahr seine Prüfung zum Schutzhund ablegen. Dann hat er wie alle Diensthunde ein Jahr Grundausbildung mit seinem Herrchen und dem Lehrwart sowie zehn Wochen Spezialausbildung hinter sich. Bei angehenden Sprengstoffhunden sind es 14 Wochen. Diensthundeschulen der Bundespolizei gibt es in Neuendettelsau bei Nürnberg und Bleckede bei Lüneburg.

Diensthundeführer bei der Bundespolizei kann man aber nicht gleich nach dem Schulabschluss werden. Voraussetzung dafür, so Harzer, sei die erfolgreiche zweieinhalb- oder dreijährige Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten des Mittleren oder Gehobenen Dienstes und eine mehrjährige Berufserfahrung. Gibt es keine anderen vorrangigen Einsatzorte, muss sich der Interessent einer Eignungsprüfung unterziehen. Besteht er die erfolgreich, darf er als Diensthundeführer arbeiten.

Trotz großer Nachfrage sind bei der Bundespolizeidirektion in Sachsen derzeit zehn Stellen als Diensthundeführer unbesetzt. Nicht jeder Interessent eigne sich. Zudem müssen dem Lehrwart zufolge bei der Behörde auch anderswo freie Stellen besetzt werden. "Bei mir kam das Interesse an der Arbeit mit Hunden in meinen ersten Einsatzjahren", sagt Harzer. Als Kind hatte er nie einen Hund, heute kann er es sich ohne die Gefährten nicht mehr vorstellen. Nach drei Jahren als Diensthundeführer hat er sich zum Lehrwart - einem von vier in Sachsen - qualifiziert. Mittlerweile hat Roy Harzer drei Hunde zu Hause - auch pensionierte. Denn nach sieben bis acht Jahren im Einsatz sind die Polizeihunde reif für die Hunderente. Sie bleiben aber weiter in Obhut ihres Herrchens oder Frauchens. Für die Vierbeiner übernimmt die Behörde die Steuern, stellt Zwinger und zahlt eine Aufwandsentschädigung für Haltung und Futter in Höhe von monatlich 150 Euro.

Es müsse aber jedem, der Diensthundeführer werden will, bewusst sein, dass dieser Beruf nicht nur körperliche Fitness verlangt, sondern auch viel Verantwortung, sagt der 45-Jährige. "Der Hund braucht bei jedem Wetter Auslauf, der Urlaub muss mit dem Hund geplant werden, die Kleidung wird oft schmutzig oder geht kaputt. Und ja, das Auto riecht auch nach Hund", sagt Harzer. Zudem fallen Diensthunde aufgrund ihrer Ausbildung zur Abwehr von Angriffen unter die Kampfhundeverordnung. Das heißt, die Erziehung des Hundes hört am Tor der Polizeibehörde nicht auf.

Für Harzer ist klar: "Hundeführer kannst du nicht machen, das musst du sein." Umso wichtiger sei es, auf Messen wie der Karrierestart jungen Leuten die Schönheit des Berufes zu zeigen, aber auch die Schwierigkeiten. Je nach Dienstgrad, Abschluss und Dienstjahren liegt die Besoldung bei Diensthundeführern wie beim Polizeivollzugsdienst zwischen 1200 und 4200 Euro netto im Mittleren Dienst sowie 1180 und 4570 Euro im Gehobenen Dienst. Für Lehrwart Harzer ist und bleibt die Arbeit mit den Tieren vor allem eine Berufung. Mit Big wird er vor allem im Umfeld von Fußballspielen Streife gehen. Der Hund spurtet noch mal zu einem Gummiball, springt am Herrchen hoch und erntet zum Schluss der Übung viel Lob.

Messe Karrierestart in Dresden

Die Messe Karrierestart findet vom 18. bis zum 20. Januar in der Messe Dresden im Ostragehege statt. Geöffnet ist Freitag 9 bis 17 Uhr, am Wochenende 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Rund 500 Aussteller informieren in den Messehallen über Lehrstellen, Studium, Jobs, Existenzgründung, die richtige Bewerbung, Praktika und Auslandaufenthalte. Jugendliche können ihre Fragen rund um den Beginn des Ausbildungs- und Berufslebens stellen, erfahren mehr zu Verdienstmöglichkeiten, Einsatzorten und Aufstiegschancen. Personalverantwortliche und Auszubildende erwarten die Besucher an den Ständen. 150 Vorträge ergänzen diese Angebote.

Die Bundespolizei informiert in Halle 2 über das Diensthundewesen. Hundeführer der Bundespolizei Chemnitz erläutern an allen drei Messetagen bei Vorführungen die Ausbildung.

Interessenten können sich bereits vorab online auf der Messe-Website oder in der Karriere-Start-App zu den Ausstellern informieren und Gesprächstermine vereinbaren.

Wir verlosen fünfmal zwei Eintrittskarten für die Bildungs-, Job- und Gründermesse Karrierestart. Rufen Sie bis zum Sonntag, dem 13. Januar, 24 Uhr an: 0173 8664422 (0,50 Euro/Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk abweichend), Stichwort Karriere. Die Gewinner werden telefonisch informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (rnw)

www.messe-karrierestart.de

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