Bei wem hängt der Pferdekopf draußen?

Was ist der Ursprung der Redensart "Ihr könnt den Pferdekopf 'naushängen"? (Diese Frage hat Klaus Weißbach aus Sehmatal-Sehma gestellt.)

Erstaunlich an dieser Redewendung wie an allen, die mit dem Pferd zusammenhängen, ist zunächst der Umstand, dass dieses Haustier und Verkehrsmittel in einem noch so präsent in der Umgangssprache geblieben ist, derweil es aus dem Alltag der meisten Menschen fast völlig verschwunden ist. Man setzt immer noch aufs falsche Pferd, überlässt das Denken den Pferden, weil sie den größeren Kopf haben, zäumt es von hinten auf, man denkt, es tritt einen und so weiter. Wer nun den Pferdekopf raushängen kann, ist in der Regel arm dran. Diese Redensart kommt vor allem im Obersächsischen, aber auch im Thüringischen vor. Sie bedeutet, dass ein Händler nichts mehr zu verkaufen hat und kurz vor der Pleite steht. Der Ursprung ist heute nicht mehr eindeutig zu ermitteln, man nimmt aber an, dass früher dem Fleischer, der kein gutes Fleisch mehr zu verkaufen hatte, der Rat gegeben wurde, den Pferdekopf hinauszuhängen. Damit sollte der Fleischer die Kundschaft an die nächste Pferdeschlächterei verweisen, deren Produkte zwar weniger angesehen waren, wo es aber immerhin noch etwas zu kaufen gab. Im übertragenen Sinn lässt sich die Redensart heute auf jeden anwenden, der pleite ist. (tk)

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