Bringt Kaiserschnitt intelligentere Kinder zur Welt?

Ich habe gelesen, Kaiserschnittgeburten können sehr intelligent sein, anders in ihrer Art (Charakter, Auffassungsgabe usw.) als natürlich geborene Kinder. Was ist da dran? (Diese Frage hat Hannelore Krause aus Taura gestellt.)

Derlei ist wissenschaftlich nicht belegt. Da geplante Kaiserschnitte in der Regel zwei Wochen vorm errechneten Geburtstermin vollzogen werden, fehlen den Kindern vielmehr zwei entscheidende Wochen der Entwicklung im Mutterleib, in denen Forschern zufolge mit dem Gehirn viel passiert. Eine Studie der Yale Universität etwa hat nachgewiesen, dass bei natürlichen Geburten ein Protein ausgeschüttet wird, das Entwicklung und Entwicklungstempo des Gehirns maßgeblich beeinflusst, speziell des Hippocampus. Er ist das Hirnareal, das für Kurz- und Langzeitgedächtnis verantwortlich ist. Bei Kaiserschnitt-Kindern ist das Protein in deutlich geringeren Mengen vorhanden. Babys erleben zudem ihre Geburt unbewusst mit. Bei der Entbindung arbeiten Mutter und Kind zusammen. Das Kind wird sanft auf die Geburt vorbereitet. Es spürt, was bevorsteht. Bei einem Kaiserschnitt wird das Baby ohne Vorwarnung aus seinem Lebensraum geholt, muss binnen Sekunden Tausende neue Eindrücke verarbeiten. Nicht nur das kann sich langfristig traumatisch auswirken. Das Kind wird zudem um sein erstes Erfolgserlebnis gebracht, sich allein mit Hilfe der Mutter ans Licht der Welt gekämpft zu haben. Das kann im späteren Leben zu Depressionen und Bindungsproblemen führen. (tk)

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