Hat sich schon mal jemand totgelacht?

Gibt es so etwas wirklich?

Einer der berühmtesten Maler der Antike, Zeuxis von Herakleia, ist der erste, von dem gleich mehrere Quellen berichten, dass er sich totgelacht habe. Beim Portraitieren einer überaus hässlichen alten Frau musste er demnach derart lachen, dass er sich nicht wieder unter Kontrolle bekam und ihm im wahrsten Sinne des Wortes der letzte Lacher im Halse stecken geblieben sein soll. Diese Geschichte beeinflusste in der Folge viele Künstler, selbst Rembrandt, der sich selbst als Zeuxis lachend darstellte. An einem Lachanfall soll der Legende nach auch der italienische Schriftsteller Pietro Aretino (1492 bis 1556) gestorben sein - als er dabei rückwärts vom Stuhl kippte.

Wie schon Zeuxis starb allerdings auch Aretino nicht einfach so am Lachen selbst. Generell scheinen in solchen überlieferten Fällen vor allem Herzprobleme oder Atemnot die eigentlichen Ursachen für das Ableben zu sein. Und Pietro Aretino brach sich möglicherweise einfach das Genick, als er vom Stuhl fiel.

Es gibt auch Fälle, wo Ärzte einst "hysterisches Lachen" als Todesursache attestierten, etwa bei Mrs. Fitzherbert 1782. Die Engländerin lachte bei einem Theaterbesuch über eine Szene derart, dass sie vor lauter Lachen das Theater verlassen musste. Offenbar lachte sie die folgenden Tage durch, bis sie schließlich starb. Die Diagnose "hysterisches Lachen" wurde in früheren Zeiten gerne für allerlei unspezifische, vor allem aber "typisch weibliche Krankheiten" verwendet. (csa)

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