Hatten DDR-Medikamente Beipackzettel?

Auf diese Frage von Albrecht Kalusche aus Zwickau erhielt Onkel Max Antwort aus dem Brandenburgischen Apothekenmuseum in Cottbus. Laut dessen Leiterin Annette Schiffner hing es ganz vom Medikament ab, ob dieses einen Beipackzettel hatte oder nicht. Ihr zufolge wurden aber auf jeder Medikamentenpackung Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen beschrieben. Oft auf der Schachtel, bisweilen auch direkt auf den Blistern, also den papiernen oder mit Folie versiegelten Tablettenbehältnissen. Regelmäßig mit Beipackzetteln versehen waren der Expertin zufolge Schachteln für Antibabypillen, etwa das gängige Präparat Non-Ovlon (Foto) - sicher auch, weil sich die Grafik gut eignete, um nicht nur, wie empfohlen, den ersten, sondern alle Tage der Einnahme zu notieren. Bisweilen kam es auf die Darreichungsform an, ob es einen Beipackzettel gab. So wurde der Betablocker Cordanum, ein Herzpräparat, als Tablette ohne Beipackzettel geliefert, als Ampulle dagegen mit. Ausführliche Informationen über Dosierung, Wirkungsweise, Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Haltbarkeit und so weiter stellten die DDR-Arzneimittelhersteller Ärzten und Apothekern in einer Loseblattsammlung zur Verfügung. Das umfangreiche Bildmaterial mit Verpackungen und Informationsschriften, das Onkel Max aus Cottbus bekam, können Sie im Internet anschauen. (tk)

www.freiepresse.de/ddrbeipackzettel

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