Könnten alternative Heilverfahren gegen Covid-19 helfen?

Von Zistrosen-Tee, Kapland-Pelargonie und kolloidalem Silber ist bekannt, dass diese in der Lage sind, Viren abzutöten. Wurde schon einmal getestet, ob diese Substanzen in der Lage sind, das Corona-Virus abzutöten oder zumindest den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen? Wenn diese Substanzen in der Lage sind, Viren erfolgreich zu bekämpfen, dann wäre es vielleicht möglich, dass diese auch bei Corona-Viren wirken. (Diese Frage hat Heiko Schmidt aus Rossau gestellt.)

In Zeiten, in denen eine potenziell für so viele Menschen lebensbedrohliche, auf jeden Fall die Lebensqualität beeinträchtigende Krankheit wie Covid-19 grassiert, wächst natürlich die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung für mögliche, bereits bestehende alternative Heilverfahren, speziell in diesem Fall, da der Zeitpunkt der allgemeinen Verfügbarkeit eines Impfstoffes noch nicht absehbar ist.

Und ja, die Alternativmedizin kennt diverse Methoden, die potenziell das Zeug zum "Covid-19-Killer" haben. Dazu zählen auch Zistrose (bei uns besser bekannt unter "Cystus"), Kapland-Pelargonie (bei uns besser bekannt unter "Umckaloabo") und das kolloidale Silber (auch "Nanosilber" genannt). Für ihre antiviralen Eigenschaften existieren durchaus Hinweise aus Laborstudien und Anwendungsbeobachtungen am Menschen, aber eben keine Belege aus klinischen Studien mit zig Tausend Probanden, in denen sich das Mittel gegenüber einem Placebo - also einem wirkungslosen Scheinpräparat - und/oder einem konventionellen Medikament durchsetzen muss. Was nicht zuletzt daran liegt, dass man für solche Untersuchungen sehr viel Geld braucht, das den im Bereich der Komplementärmedizin aktiven Firmen in der Regel fehlt.

In der diesjährigen Juni-Ausgabe der "Zeitschrift für Phytotherapie" berichtet der Siegener Allgemeinmediziner Martin Adler, dass er 125 - den Corona-Risikogruppen angehörende - Patienten vor Covid-19 habe schützen können, indem er sie Cystus-Pastillen lutschen und eine Salz-Salbe für die Nase anwenden ließ. Sie entwickelten weder labormedizinisch noch symptomatisch irgendwelche Anzeichen einer Covid-19-Infektion, obwohl in immerhin neun Fällen ein Kontakt zu Familienmitgliedern bestand, bei denen die Erkrankung ausgebrochen war. Möglich also, dass der aus Griechenland stammende Cystus präventiv vor Corona schützen könnte. Belege aus großen klinischen Studien existieren dazu nicht. Aber die fehlen ja bislang auch noch zu den vielen Impfstoffen, an denen derzeit weltweit geforscht wird. (jzl/tk)

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