Warum ist der stets offene Waldweg plötzlich gesperrt?

Ich bin seit vielen Jahren in meiner Freizeit mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs im Erzgebirge. Mir fällt auf, dass neuerdings immer wieder von den Besitzern Wege gesperrt werden, die zum Teil seit Generationen in Gebrauch sind. Ist es nicht so, dass in Sachsen Wald und Flur frei zugänglich sein müssen? (Diese Frage hat Thomas Meier aus Amtsberg gestellt.)

Das Gebot, den sächsischen Wald frei zugänglich zu halten, gilt zwar grundsätzlich. Aber es gibt Ausnahmen. Das Sächsische Waldgesetz erlaubt es in Paragraf 13, Absatz 1 Waldbesitzern, also dem Bund, dem Freistaat, der Gemeinde, Kirchen oder Privatleuten, aus wichtigen Gründen das Betreten des Waldes einzuschränken. Wichtige Gründe können sein: Waldschutz, Waldbrandschutz, Wald- und Wildbewirtschaftung, Schutz der Waldbesucher, Vermeidung erheblicher Schäden oder die Wahrung anderer eigener schutzwürdiger Interessen. Eine Sperrung, die länger als zwei Monate andauern soll, muss bei der Forstbehörde beantragt und von dieser genehmigt werden. Ist die geplante Sperrfrist kürzer, ist das Amt unverzüglich über die Sperrung zu informieren, und die Sperrung ist auf dessen Verlangen auch sofort wieder aufzuheben.

Wald, der in der Nähe von Städten und größeren Siedlungen, Heilbädern, Kur- und Erholungsorten liegt, kann per Rechtsverordnung in allgemeinem Interesse zu grundsätzlich zugänglichem Erholungswald erklärt werden. Dafür werden jedoch nur in Ausnahmefällen Privatwälder herangezogen. Auskünfte über den Grund und die Dauer von Sperrungen im Wald erteilt in der Regel das für die jeweilige Kommune zuständige Landratsamt. (tk)

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