Was hat das Eis der letzten Eiszeit zum Schmelzen gebracht?

Was war der Grund für das Abschmelzen des Eises der letzten Eiszeit? Da es noch keine Umweltverschmutzung gab, wie wir sie heute kennen, könnte es etwa an einer minimalen Änderung der Neigung der Erdachse gelegen haben ? (Diese Frage hat Peter Kunz aus Zschorlau gestellt.)

Noch vor 20.000 Jahren lagen die Gegenden um Hamburg und Berlin unter einer meterdicken Eisdecke, und die Alpen erinnerten eher an Grönland als an ein Gebirge, das im Zentrum Europas liegt. Doch dann ging es mit den Temperaturen plötzlich bergauf, schon ein Jahrtausend später war der Eispanzer sichtbar kleiner geworden. Doch das Kohlendioxid mit seinem Treibhauseffekt konnte nicht dafür verantwortlich sein. Denn dessen Werte stiegen erst ein weiteres Jahrtausend später, als die Schmelze bereits in vollem Gange war. Die Frage ist mithin berechtigt: Was hat das Eis zum Schmelzen gebracht?

Wissenschaftler bevorzugen die These, wonach die letzte Eiszeit endete, weil sich die Position der Erde so verändert hatte, dass ihre Nordhalbkugel intensiv von der Sonne bestrahlt wurde. Und zwar einerseits durch eine besonders starke Neigung ihrer Achse; und andererseits dadurch, dass ihre elliptische Umlaufbahn stark exzentrisch verlief, sodass sie im Januar besonders nahe zur Sonne stand. Diese beiden Vorgänge müssen nicht zeitgleich ablaufen - aber vor 20.000 Jahren taten sie es. Mit der Folge, dass die Nordhalbkugel im Januar weniger Distanz zur Sonne hatte als sonst, sodass ihr Eispanzer schmolz anstatt sich - wie es für den Winter üblich gewesen wäre - aufzubauen. Die Sommer waren zwar durch die exzentrische Umlaufbahn relativ kühl, weil die Erde dann relativ weit weg von der Sonne stand. Doch diese Abkühlung erreichte nicht die zum Wiederaufbau der Eisdecke notwendigen Minusgrade, und so wurde das abrupte Ende der Eiszeit eingeläutet.

Der Pflanzen- und Tierwelt wurden dadurch enorme Anpassungsleistungen abverlangt, nicht wenige waren davon überfordert. Wie etwa das Wollhaar-Mammut, das sich vor 12.000 Jahren nur noch in ein paar kälteren Winkeln der Erde halten konnte, und wenig später endgültig verschwand. Für den Menschen hingegen war das Ende der Eiszeit ein Segen. Denn sie hatte seinen ursprünglichen Bestand mehr als um die Hälfte dezimiert. Wer weiß, was mit ihm passiert wäre, wenn es auf der Erde noch ein paar Jahrtausende länger kalt geblieben wäre? (jzl)

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