Was sind die Texte derNationalhymnen der BRD und der DDR?

(Diese Frage hat Heinz Müller aus Eibenstock gestellt.)

Während die schwarz-rot-goldene Bundesflagge seit 1949 als nationales Symbol der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz festgeschrieben ist, gab es nach Gründung der Bundesrepublik keine gesetzliche Festlegung einer Nationalhymne. Als diese hat schließlich Bundespräsident Theodor Heuss in einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer die dritte Strophe des "Liedes der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874) festgelegt:

Einigkeit und Recht und Freiheit

für das deutsche Vaterland!

Danach lasst uns alle streben

brüderlich mit Herz und Hand!

Einigkeit und Recht und Freiheit

sind des Glückes Unterpfand:

Blüh im Glanze dieses Glückes,

blühe, deutsches Vaterland! Gesungen wird ausschließlich die dritte Strophe mit der Melodie des Liedes "Gott erhalte Franz, den Kaiser", das Joseph Haydn (1732 - 1809) Ende des 18. Jahrhunderts zu Ehren des römisch-deutschen Kaisers Franz II. komponierte.

Der Text zur Hymne der DDR stammt vom Dichter und ersten DDR-Kulturminister Johannes R. Becher (1891 - 1958):

Auferstanden aus Ruinen

und der Zukunft zugewandt,

laß uns dir zum Guten dienen,

Deutschland, einig Vaterland.

Alte Not gilt es zu zwingen,

und wir zwingen sie vereint,

denn es muß uns doch gelingen,

daß die Sonne schön wie nie

über Deutschland scheint.

Glück und Friede sei beschieden

Deutschland, unserm Vaterland.

Alle Welt sehnt sich nach Frieden,

reicht den Völkern eure Hand.

Wenn wir brüderlich uns einen,

schlagen wir des Volkes Feind.

Laßt das Licht des Friedens scheinen,

daß nie eine Mutter mehr

ihren Sohn beweint.

Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,

lernt und schafft wie nie zuvor,

und der eignen Kraft vertrauend,

steigt ein frei Geschlecht empor.

Deutsche Jugend, bestes Streben

unsres Volks in dir vereint,

wirst du Deutschlands neues Leben.

Und die Sonne schön wie nie

über Deutschland scheint. Die Melodie zu der Hymne stammt vom Komponisten Hanns Eisler (1898 - 1962 - und die allein, ohne Text, galt ab 1972 auf SED-Beschluss als Nationalhymne. Da sich der Arbeiter-und-Bauern-Staat seinerzeit offiziell vom Gedanken der Deutschen Einheit verabschiedet hatte, passte eine Zeile wie "Deutschland, einig Vaterland" nicht mehr zur politischen Realität. (tk)

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