Wie gefährlich ist dauerhafte Kurzwellenbelastung?

Ich habe vor vielen Jahren öfters Kurzwellenbehandlung vom HNO-Arzt für die Ohren verschrieben bekommen und das schon als Jugendlicher. Bei derartigen therapeutischen Verfahren kommen Leistungen bis zu mehreren hundert Watt zum Einsatz, also ein Vielfaches der Leistung von Handys. Damit wird eine spürbare Erwärmung des Gewebes erzielt. Für Kurzwellenbehandlungen liegen die Frequenzen allerdings unterhalb von denen für Mobilfunk. Meine Frage dazu: Wie wirkt sich die Höhe der Frequenz beziehungsweise Wellenlänge bei gleicher Leistung auf eine mögliche Gesundheitsschädigung aus? Wie ist im Vergleich zu Smartphones eine Gefährdung in der Nähe von Mobilfunk-Sendemasten oder im Nahbereich starker Sender, zum Beispiel mit UKW-Frequenzen, einzustufen? Hier ist ja auch ein langfristiger oder dauerhafter Aufenthalt möglich. Etwa in Kleingartenanlagen und Wohnungen. (Diese Fragen hat Günther Illgen aus Reinsdorf gestellt.)

Ob die Erwärmung und Belastung durch Kurzwellentherapie zu Schäden führen könnte, hängt wesentlich davon ab, wie lange der Körper ihr ausgesetzt ist. So existieren in der medizinischen Fachliteratur Berichte über eine erhöhte Fehlgeburtenrate bei schwangeren Physiotherapeutinnen, die täglich längere Zeit mit Kurzwellen gearbeitet haben. Bei Patientinnen wurden solche Zusammenhänge nicht beobachtet. Generell ungeeignet ist die Kurzwellentherapie aber für Patienten mit Metallimplantaten und Herzschrittmachern, weil die dabei stark erhitzen bzw. in ihrer Funktionalität eingeschränkt werden können.

Ob Sendemasten gesundheitsschädlich sind, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Deutlichen Laborhinweisen auf eine solche Wirkung stehen fehlende Daten aus dem Alltag gegenüber. Experten der Universität Mainz erfassten im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Leukämiefälle von Kindern, die in der Nähe von 24 der leistungsstärksten Radio- und TV-Sendeanlagen in Deutschland lagen. Es zeigte sich keine höhere Erkrankungsquote als in Gegenden, die weiter entfernt von einem Sendemast waren.

Ähnliches gilt für den Mobilfunk. Das bevölkerungsbezogene Krebsregister Bayern fand in einer Untersuchung an über 177.000 Einwohnern in Bayern keine Hinweise darauf, dass die Krebsneuerkrankungsrate in der Nähe von Mobilfunkbasisstationen erhöht sei. "Einige Experimente zu dieser Problematik liefern Ergebnisse, die sich als bedenklich einstufen lassen. Es gibt aber bislang keine gesicherten Beweise, dass die Strahlung von Mobilfunkmasten Auslöser von Krankheiten ist", resümiert Peter Neitzke, der sich als Physiker viele Jahre an der Universität Hannover mit diesem Thema beschäftigt hat. (jzl)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...