Wie kommen Marienkäfer zur Welt, und wie überwintern sie?

Im März stand ein großer interessanter Artikel über das Leben der Marienkäfer in der "Freien Presse". Jedoch nichts darüber, wie sie entstehen beziehungsweise, wenn sie ein bis zwei Jahre oder älter werden, wie überwintern sie dann? (Diese Frage hat Martina Doberenz aus Limbach-Oberfrohna gestellt.)

Grundsätzlich verläuft die Entwicklung des Marienkäfers so: Die befruchteten Weibchen legen im April und Mai ihre Eier ab, und aus denen schlüpfen dann Larven, die sich - nach Vollendung von insgesamt vier Larvenstadien - verpuppen. Erst aus dieser Puppe schlüpft am Ende der ausgewachsene Käfer. Wobei dieser, wie Claus Zebitz von der Universität Hohenheim erklärt, auch noch Veränderungen erfährt. "Er ist nach dem Schlupf noch sehr blass", so der Entomologe (Insektenkundler). "Selbst die roten Arten wie etwa der bekannte Siebenpunkt sind dann noch hellgelb, färben sich aber unter der Einwirkung von Luft und Licht nach einiger Zeit endgültig aus." Und das gilt auch für die Punkte. Die immer noch weithin zu hörende These, wonach der Marienkäfer mit jedem Lebensjahr einen Punkt mehr bekommt, ist also, wie Zebitz betont, "ein Ammenmärchen - auch wenn dies unter meinen Studenten noch zehn bis 15 Prozent an ihren Kindergärten erzählt bekommen haben".

Wenn die kalte Jahreszeit naht, überwintern die Marienkäfer an geschützten Plätzen im Freiland (Bodenstreu, dichtes Strauchwerk) oder in Schuppen und Wohnhäusern, wo sie teilweise in großer Zahl auftreten und - je nach Art - auch lästig werden können. Werden sie jedoch in einem Glas, und möglicherweise auch noch an einem warmen Platz gehalten, haben die Tiere das Problem, dass ihr Stoffwechsel einerseits nicht genug herunterfährt und anderseits kein Wasser und keine Nahrung zugeführt bekommt. Das kann dann natürlich tödlich enden. Was aber nicht bedeutet, dass man generell keine Marienkäfer in den heimischen vier Wänden halten kann. Nur dazu, so Zebitz, "muss man eine entsprechende Futterzucht aufbauen". Sprich: Man muss Läuse züchten. Und das nicht zu knapp. Denn ein Siebenpunkt beispielsweise kann viele hunderte Läuse in seinem Leben fressen. (jzl)

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.