WiekehrenAmphibienohne Geleit von ihren Laichplätzen heim?

Seit sieben Jahren betreue ich den Amphibienschutz an kommunalen Straßen. Ich trage die Frösche und Molche, die sich in den Sammelbehältern befinden, über die Straße zum Laichgewässer. Wie kommen die Frösche beziehungsweise Molche wieder zurück? Denn erneut eingesammelt und zurückgetragen werden sie nicht. (Diese Frage hat Stefan Kresse aus Bad Elster gestellt.)

Den Rückweg bestreiten die Amphibien in der Regel tatsächlich allein - und das hat triftige Gründe. Denn den Hinweg zu ihren Laichgewässern bestreiten die Frösche, Kröten und Molche, sobald die Tage länger werden und die Nächte mehrmals hintereinander drei bis fünf Grad warm sind. "Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann man die Uhr danach stellen, dass ihre Wanderung beginnt", erläutert Professor Hans Wegener, Vorsitzender des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) im hessischen Wettenberg.

Die Tiere machen sich dann in großen Mengen auf den Weg, und all das binnen weniger Tage, sodass man sie relativ leicht einsammeln und über die Straße tragen kann. "Die Rückwanderung von den Laichgewässern erstreckt sich hingegen über viele Wochen", so Wegener.

Die Amphibien wandern dann mehr oder weniger einzeln, und das über eine lange Zeit, sodass man sie nicht in einer konzertierten Aktion einsammeln kann. Man überlässt sie deshalb in der Regel sich selbst. Was natürlich - weil ihnen niemand Begleitschutz gibt - einerseits ihr Risiko erhöht, auf der Straße überfahren zu werden. "Andererseits trifft es dann ja auch nur das eine oder andere Einzelexemplar, während bei der Wanderung im Pulk gleich sehr viele erwischt werden", erklärt Wegener. In der Summe ist also das Verlustrisiko bei der Rückwanderung vergleichsweise niedrig. (jzl)

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