Woher kommt die Redewendung "Wie Arsch und Friedrich"?

Wenn ein Essen fade gewürzt oder anderweitig nicht recht gelungen ist, hört man oft den Spruch: "Das schmeckt wie Arsch und Friedrich". Wie passt das zusammen? Welcher Friedrich ist damit gemeint? (Diese Fragen hat Detlef Sandow aus Zwickau gestellt.)

Die Wendung "nach/wie Arsch und Friedrich" wird vor allem im südlich des Main heimischen Oberdeutschen verwendet. Nicht nur im Zusammenhang mit dem Geschmack von Mahlzeiten, sondern auch im Bezug etwa auf das Aussehen einer Person oder in der Redensart "Das reimt sich wie Arsch und Friedrich". Es passt also nicht. Vor allem in dieser Form soll sie seit dem 16. Jahrhundert belegbar sein. Zur Herkunft ist in den entsprechenden Wörterbüchern indes nur wenig zu finden. Mit Friedrich soll Kaiser Friedrich III. (1415-1493) gemeint sein. Er kam aus der Steiermark und war ab 1440 römisch-deutscher König, ab 1452 bis zu seinem Tode Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Lange Zeit galt er als "des Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze", er habe durch häufige Abwesenheit und Untätigkeit nicht gerade zur Macht des Reiches beigetragen. Ein Urteil, das indes seit den 80er-Jahren in Revision steht: Viele Quellen aus seiner Herrschaftszeit waren zuvor schlicht unerschlossen.

Dieser "Friedrich" jedenfalls hat in unserer Wendung also keine positive Wertung. Kombiniert ist er mit "Arsch". Dieses Wort ist hier also ein Schimpfwort für einen Menschen. Hier ist durchaus davon auszugehen, dass damit der kleine Mann gemeint ist, beide Wörter also eine Art Antonyme, Wörter mit Gegenbedeutung sind.

"Arsch" kann bei der Wendung jedoch auch in seiner eigentlichen Bedeutung, nämlich als vulgär-umgangssprachlicher Ausdruck für das Gesäß gesehen werden. Darauf bezieht sich eine andere Deutung. Sie betrachtet "Friedrich" nicht als Personennamen, sondern als eine Umschreibung für die vulgäre Bezeichnung der weiblichen Vagina, die zum einen lokale Nähe zum Arsch hat, zum anderen den gleichen konsonantischen Wortanfang wie "Friedrich" hat.

Es wird in der Literatur ein weiterer Bezug angegeben, nämlich der auf Friedrich den Großen (1712-1786). Dem widerspricht jedoch der Umstand, dass die Redewendung deutlich früher belegbar ist. (rge)

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