Woran erkenne ich, wie ökologisch mein Strom produziert ist?

Auf der Stromrechnung ist der Anteil an der Stromerzeugung ersichtlich. Das betrifft aber den Tarif des Stromanbieters. So hätte man bei einem Ökotarif 100 Prozent Ökostrom. Aber man muss den Strom ja so nehmen, wie er örtlich vorhanden ist. Dabei kommt es darauf an, wie viel Wind-, Wasser- und Solarstrom in das entsprechende Umspannwerk eingespeist wird, von dem man den Strom bekommt und wo der restliche Strom herkommt. Gibt es eine Aufstellung (Grafik/Karte), welche Städte/Orte an welchen Umspannwerken hängen und wie dort der Anteil der Energieerzeugung ist? (Diese Fragen hat Jonathan Beier aus Pockau-Lengefeld gestellt.)

Eine solche Überblickskarte, wie Sie sie sich wünschen, gibt es nicht, wie mir die Pressestelle der Zwickauer Energieversorgung (ZEV) auf Anfrage mitgeteilt hat. Sie hätte auch keinen praktischen Nutzen, denn niemand wählt seinen Wohnort oder den Standort eines Gewerbebetriebes danach aus, wo sich der Strom aus besonders ökologisch sinnvollen Quellen (Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik, Solarthermie, Erdwärme, Biogas etc.) zusammensetzt. Und letztlich, seien wir ehrlich, mischt sich der Strom aus allen Quellen im Netz und ist dann nicht mehr auseinanderzuhalten. Es ist also eher die Frage, wofür der Stromkunde bereit ist, wie viel Geld auszugeben, das dann über die Versorgungsunternehmen an die jeweiligen Stromlieferanten geht. Und von denen wird eben auch nur so viel Strom abgenommen wie Kunden bei Vertragsabschluss bereit waren, dafür zu bezahlen.

Eine Übersichtskarte, noch einmal, gibt es also nicht. Dafür halten alle Stromversorger auf ihren Internetseiten eine Informationsgrafik vor, die zumindest in der Rückschau ausweist, aus welchen Stromquellen sich ihre Stromlieferungen im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr (zurzeit ist das 2016) zusammengesetzt haben, namentlich auch die Ökostrom-Produkte. Bei der ZEV etwa findet man diese Information unter dem Link "Rechnungserläuterung" Bei Eins im Strom-Menü beim Unterpunkt "Stromkennzeichnung".

Eine Aufstellung (meist als Tortengrafik) ist dabei bundesweit identisch. Sie zeigt, wie in Deutschland 2016 anteilig der Strom erzeugt wurde. Und zwar so. Kohle: 41,8 Prozent, Erneuerbare Energien, finanziert aus der EEG-Umlage: 28,8 Prozent, Kernkraft: 14,3 Prozent, Erdgas: 9,5 Prozent, Sonstige fossile Energieträger: 2,4 Prozent, sonstige Erneuerbare Energien: 3,2 Prozent. Bei letzterer Quelle handelt es sich um Anlagen, die nicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) förderfähig sind, etwa, weil sie zu klein sind. Im Vergleich zu diesem Diagramm werden die Anteile in der Gesamtstromlieferung des jeweiligen Unternehmens grafisch dargestellt, außerdem die des jeweiligen Ökostromprodukts und des Energiemixes ohne Ökostromprodukte. Zudem ist jeweils in Gramm vermerkt, wie hoch die CO-Emission beim jeweiligen Stromprodukt je Kilowattstunde ausgefallen und wie hoch die Menge an radioaktivem Abfall ist. Bei reinen Ökostromprodukten sollten beide Werte exakt bei Null liegen. (tk)

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