Größtes Passagierflugzeug der Welt in Hamburg begrüßt

Eigentlich ist der A380 für die Masse gemacht. Die Airline Emirates bietet auf der Strecke nach Hamburg nun dennoch etwas Exklusives für zahlungskräftige Passagiere. Bürgermeister Tschentscher erklärt, warum von solchem Luxus letztendlich alle Hamburger profitieren.

Hamburg (dpa/lno) - Seit mehr als zehn Jahren ist das größte Passagierflugzeug der Welt im Einsatz - nun kommt der Airbus A380 auch regelmäßig nach Hamburg. Die Fluggesellschaft Emirates setzt ihn täglich zwischen der Hansestadt und Dubai ein.

Begrüßung mit Wasserfontänen

Die erste Landung des Großraumflugzeugs verläuft am 29. September recht emotional, soweit das auf einem Flughafen möglich ist. «Noch fünf Minuten», ruft eine Pressebetreuerin aufgeregt den rund 100 Journalisten und Planespottern auf dem Vorfeld zu. Wenig später kommt der viermotorige Flieger nach einem Schwenk über die Elbe aus westlicher Richtung angeflogen. Ein leichtes Schwanken der Tragflächen verrät, dass sich beim Aufsetzen Seitenwind bemerkbar macht.

Dann rollt das weiße Riesenflugzeug mit den Farben des Emirates am Heck zur Parkposition. Zwei Feuerwehrfahrzeuge begrüßen es mit Wasserfontänen. Hunderte Zuschauer verfolgen das Spektakel hinter den Scheiben des Terminals und auf der Aussichtsterrasse. Pilot Hauke Smid und sein Erster Offizier Sultan Hussain winken kurz mit Hamburg- und Dubai-Flaggen aus dem Cockpit. Die Passagiere brauchen noch etwas Geduld, bis die Fluggastbrücken angedockt sind.

«Es war sehr emotional», sagt Smid später über die Ankunft in seiner Heimatstadt. Er habe aber nicht geweint. Die Landung sei gut verlaufen, es habe beim Aufsetzen ein bisschen Seitenwind gegeben, doch das sei eben das typische Hamburger Herbstwetter. Die knapp 300 Passagiere wurden auf dem Flug mit Pannfisch und Franzbrötchen hanseatisch eingestimmt.

Wichtig für Hamburg

Flughafenchef Michael Eggenschwiler freut sich über den A380, der für das Prestige der Hansestadt wichtig ist: «Er ist quasi nach Hause gekommen.» Der Flieger wurde nach Angaben von Emirates erst am vergangenen 14. September bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder ausgeliefert. Bevor er landen konnte, musste der Helmut-Schmidt-Flughafen 750.000 Euro in neue Passagierbrücken und weitere Umbauten investieren.

Der A380 wird zum Teil in Toulouse, zum Teil in Hamburg gebaut. Hamburg sei der drittwichtigste Standort der Luftfahrt weltweit, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Die Produktion des A380 habe der Stadt viele Impulse gegeben, und vor allem Wirtschaftskraft. Dadurch sei Hamburg attraktiv, könne sich Kultur, Schulen und beitragsfreie Kitas leisten.

«Alles was wir an Hamburg schätzen, hängt damit zusammen, dass wir starke Wirtschaftskraft haben», erklärt Tschentscher. Und um den Kritikern des wachsenden Luftverkehrs gleich noch ein Argument zu nehmen: «Der Flieger ist sehr groß, aber trotzdem leiser als vergleichbare Flugzeuge dieser Größenordnung.»

Viel Platz und ein Spa-Bereich

Die Dimensionen sind beeindruckend: 517 Passagiere finden in der Maschine von Emirates Platz. An Bord ähnelt das Untergeschoss der fast 51 Meter langen Kabine einem Kinosaal. Zwei Gänge führen zwischen den Zehnerreihen hindurch. In jede Rückenlehne ist ein Bildschirm montiert. Am Ende führt eine geschwungene Treppe in die Business Class. Der Besucher geht zunächst durch die Lounge, wo alle Getränke für die oberen Passagiere gratis sind, wie Emirates-Vizechef Thierry Antinori erklärt.

Viele Alkoholika werden angeboten. Das sei das ganze Jahr so, sagt Lounge Operator Milesa Isovic (24). Auch im islamischen Fastenmonat Ramadan werde nichts weggeschlossen. Allerdings gebe es in dieser Zeit wie auch zu Weihnachten ein spezielles Catering.

Der Stolz der Fluggesellschaft ist der komfortable Spa-Bereich für die 14 Suiten der First Class. Nach dem Start darf geduscht werden, allerdings nicht ganz so üppig wie am Boden: Nach fünf Minuten versiegt der Strahl. Bei Turbulenzen warnt der Cabin Service Assistant die Nutzer der beiden Duschkabinen. Dann heißt es schnell raus oder festhalten - Anschnallgurte gibt es unter der Dusche nicht. Der Luxus hat seinen Preis: Ein First-Class-Ticket kostet sieben Mal so viel wie ein Economy-Flugschein, für den man 645 Euro (Hin- und Rückflug) zahlt.

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