Korfu: Grün bis zum Strand

Sisi schwärmte von Korfu, Vicky Leandros wurde hier geboren. Vor allem die üppige Natur macht einen Urlaub auf der Insel so reizvoll.

Für die Besucher von Afionas hat Markos Papagionnakis einen ganz besonderen Tipp parat: "Gehen Sie bis ans Ende des Dorfes", rät der Touristenführer von Korfu. "Von der Eselswiese haben Sie wunderschöne Blicke aufs Meer. Und bei gutem Wetter bis zum albanischen Festland."

Afionas ist ein Bergdorf im Nordwesten der griechischen Insel. Schon das Herumschlendern durch das ehemalige Piratennest ist ein Erlebnis - obwohl es hier weder Museum noch historische Kirchen oder archäologische Stätten gibt. Afionas nimmt mit Farben und Natur für sich ein: Die Häuser in den verspielten Gässchen sind weiß gekalkt. Die blauen Fensterrahmen und die Bougainvillea-Sträucher sind reizvolle Fotomotive. Und immer wieder öffnen sich Blicke aufs Meer vor strahlend blauem Himmel.

Auf der Eselswiese dann der versprochene Panoramablick über die diapontischen Nachbarinseln und malerische Strände. Hochgelobte Tavernen laden zur Pause. Doch zuvor, so der Tipp, sollen wir dem Pfad hinab zur Zwillingsbucht folgen. Der Weg sei etwas beschwerlich, aber zwei schöne Strände mit glasklarem Wasser gebe es. In der Tat: Das Wasser ist herrlich. Für den Ostsee-Freund zwar zu salzig, aber kühl und gut für die Haut. Und danach lädt Markos ein, den Sonnenuntergang auf der Terrasse der Taverne Anemos bei gegrilltem Fisch zu verfolgen.

Auch an anderen Stellen von Korfu gibt es diese Naturschauspiele. Die Insel ist reich an schönster Vegetation. Das Grün in einer teils recht bergigen Landschaft bildet mit dem smaragdgrünen Wasser einen faszinierenden Mix, den man schon beim Landeanflug erlebt - vorausgesetzt, man hat einen Fensterplatz auf der linken Seite ergattert. Die Insel wirkt von oben wie ein dichter grüner Teppich, auf dem kleine Dörfer ein unregelmäßiges Muster zeichnen. Alsbald fliegt man parallel zu steil abfallenden, bis zum Wasser bewachsenen Felswänden auf der einen und dem Meer auf der anderen Seite.

Wer andere Gegenden von Griechenland kennt, staunt: Selbst nach heißen Tagen, wenn im Hochsommer bis zu 35 Grad Celsius erreicht werden, wirkt hier nichts verbrannt oder ausgedörrt. Das liegt vor allem am mediterranen Klima mit milden, regenreichen Wintermonaten. Die Wolken kommen dann nicht über das Pindosgebirge und hängen im Norden an Korfus gut 900 Meter höchstem Berg, dem Pantokrator, fest. Deshalb ist die Natur so üppig. 65 Prozent der Insel sind landwirtschaftlich nutzbar.

Allgegenwärtig sind Olivenbäume. Gut vier Millionen sollen es sein, die noch von den Venezianern gepflanzt worden sind. Entsprechend wichtig ist das Olivenöl für die Korfioten. Es wird zum Kochen verwendet, zum Brennen und auch zur Körperpflege. In den Dörfern, so auch im Souvenirshop von Afionas, kann man noch alte Olivenpressen bestaunen, die einst von Eseln angetrieben wurden. Hier gibt es auch Kunsthandwerk aus dem knorrigen Holz der Oliven. Das muss man nicht mögen, sollte es aber nicht unterschätzen. Das Holz ist ungewöhnlich hart und lässt sich nur mühsam bearbeiten, entsprechend hoch sind die Preise. Neben den Oliven sorgen zwei Millionen Zypressen, unzählige Zitronen- und Orangenbäume fürs ewige Grün. Auch Kumquats, die sauren Miniorangen, gedeihen hier. Das besondere Klima begünstigt zudem das Wachstum von Wildblumen. 36 Orchideenarten gibt es. Diese Vegetation liefert den Bienen den Rohstoff für einen ungemein würzigen Honig.

Wer nach einem Ausflug oder dem Besuch der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Korfu-Stadt in einer der Buchten badet oder schnorchelnd aus einer der Lagunen kommt, dürfte jene verstehen, die schwärmen. So befand die österreichische Kaiserin Sisi: "Korfu ist ein idealer Aufenthalt; Klima, Spaziergänge im endlosen Olivenschatten und die herrliche Meeresluft, dazu den prachtvollen Mondenschein ..." Sie ließ sich eine Sommerresidenz errichten und wollte hier sogar beerdigt werden. Und die populärste Tochter der Insel, Schlagersängerin Vicky Leandros, nennt Korfu eine besondere Fügung: "Alles gedeiht, und das Meer ist ein Traum. Wenn ich da bin, gehe ich als Erstes schwimmen! Auch im Herbst, weil das Wasser noch über 20 Grad hat."

Fliegen direkt ab Dresden

Anreise: Eurowings startet bis Oktober einmal pro Woche von Dresden nach Korfu. Pauschaltouristen fliegen mit Condor dreimal pro Woche (z. B. ab Leipzig).

Reisezeit: Für Strandurlauber sind die Monate Mai bis September empfehlenswert.

Übernachtung: Es gibt Quartiere jeder Kategorie. Beispiel: Eine Woche im 5-Sterne-Hotel Kairaba Sand Villas in Agios Georgios (All inklusive Plus) kostet bei FTI im August ab 1323 Euro pro Person (inkl. Flug).

Die Recherche unterstützte FTI Touristik. www.fti.de

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