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Brauchen Bankkarten funkdichte Schutzhüllen?

Müssen Kreditkarten & Co gegen heimliches Auslesen per NFC-Funk extra geschützt werden? Warum Fachleute das für überflüssig halten und welche Tricks Kriminelle tatsächlich nutzen.

Berlin.

Jemand hält im Gedränge einfach ein Lesegerät an Tasche, Jacke oder Hose, um so Kreditkartendaten zu erbeuten oder gleich Geld abzubuchen. Das ist ein Schreckensszenario, das viele Unternehmen, die Schutz-Geldbörsen oder -Kartenhüllen verkaufen, in ihrer Werbung zeichnen.

Tatsächlich gibt es fast keine Bank- oder Bezahlkarten mehr, in der kein Mini-Chip samt Antennenspule steckt, der per Near Field Communication (NFC) zum kontaktlosen Zahlen an Kassenterminals ausgelesen werden kann. Und auch im Personalausweis, in Zugangskarten, Smartphones oder Smartwatches stecken solche Chips. NFC ist eine Variante der Technologie RFID (Radio Frequency Identification).

Unterm Strich: heimliches Auslesen sehr unwahrscheinlich

Allerdings ist ein heimliches NFC-Auslesen auf die oben beschriebene Art und Weise sehr unwahrscheinlich, berichtet die Stiftung Warentest. Zum einen, weil sich Lesegerät und Karte sehr nahe kommen müssen, damit wirklich Daten fließen können.

Zum anderen lägen in Geldbörsen meist mehrere Karten aufeinander. Das mache es sehr unwahr­scheinlich, dass ein Lesegerät eine Verbindung zu einer einzelnen Karte aufbauen kann, weil die vielen Signale Verwirrung stifteten.

Kein Alu nötig: auch Kreditwirtschaft und BKA geben Entwarnung

Ergo muss man dem Bericht zufolge nicht in spezielle Brieftaschen oder Schutzhüllen investieren, die etwa Alufolie zur Abschirmung enthalten. Deren Wirkung sei einfach, effektiv, aber eben auch unnötig, wie eine Anfrage der Stiftung Warentest bei der Deutschen Kredit­wirt­schaft ergeben hat, der keine Schadensfälle durch heimliches Auslesen von Karten bekannt sind.

Auch das Bundes­kriminal­amt (BKA) stufe die Gefahr als sehr gering ein, heißt es: Die tech­nischen Hürden für einen solchen Daten­diebstahl seien hoch, die praktische Relevanz minimal.

Viel wichtiger: niemals Karte aus der Hand geben

Gefahr droht den Experten zufolge eher an anderer Stelle - etwa wenn man beim Bezahlen die Karte aus der Hand gibt. Kriminelle könnten dann zum Beispiel mehr­mals den Betrag abbuchen, für den man keine PIN eingeben muss, oder die Daten aus dem Magnetstreifen auslesen.

Deshalb folgende Ratschläge der Warentester:

  • immer mit zum Lesegerät hingehen
  • sich immer einen Trans­aktions­beleg geben lassen
  • regelmäßig die Kontoauszüge prüfen
  • dubiose Abbuchungen sofort beim Kreditkarten­anbieter reklamieren

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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