Viele Händler nutzen Künstliche Intelligenz im E-Commerce.
Viele Händler nutzen Künstliche Intelligenz im E-Commerce. Bild: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn
Multimedia
KI kauft für Sie ein: Diese Risiken sollten Sie kennen

Freie Presse auf Google News folgen

Kurz sagen, was man sich vorstellt, den Rest vom Shopping erledigt ein autonomer Agent? Klingt gut. Doch die Realität ist anders: Kauf-KI birgt Risiken. Was man wissen und zukünftig beachten sollte.

Hannover/Berlin.

KI-gestützte Beratung per Chat ist beim Onlineshopping schon relativ häufig anzutreffen. Die Anbieter bauen ihre Agenten aber immer weiter aus, bis hin zum Recherchieren, Vergleichen und Bestellen - alles nach Vorgaben der Kunden, aber letztlich autonom.

Amazon ist beispielsweise mit Alexa for Shopping (vormals Rufus) auf dem Weg dorthin. Und Google hat gerade auf seiner Entwicklerkonferenz I/0 einen KI-Agenten angekündigt, der Produkte nicht nur plattformübergreifend in einem Einkaufskorb parken, sondern im Auftrag des Nutzers auch selbst bezahlen können soll.

Ist das alles überhaupt erlaubt?

Wenn KI-gesteuerte Softwareagenten aber eigenständig im Namen von Menschen oder Unternehmen handeln, Entscheidungen treffen
und sogar Käufe und Zahlungen abwickeln, wirft das eine Menge Fragen auf. Zum Beispiel: Ist das überhaupt erlaubt?

Auch wenn sich die ersten Pilotversuche zum vollständigen autonomen KI-Shoppen bis hin zur Bezahlung derzeit noch auf die USA beschränken: Rechtlich möglich sei sogenanntes Agentic Commerce in Deutschland wohl jetzt schon, trotz vieler noch offener und juristisch teils kniffliger Fragen rund um Haftung, Vertrags- und Verbraucherrecht oder Zahlungen, berichtet das IT-Fachmagazin "c't" (Heft 11/26).

Je mehr Rechte und Autonomie, desto problematischer

Fest stehe aber: Je mehr Rechte und Autonomie KI-Assistenten beim Einkaufen erhalten, desto problematischer werde die Nutzung. Deshalb forderten Kritiker, dass Entscheidungen immer beim Menschen verbleiben müssen.

Folgende 3 Gefahrenfelder identifizieren die "c't"-Experten rund um KI-Shopping-Agenten:

1. Ungeklärte Rechtsfragen

Wer haftet, wenn die KI das falsche Produkt bestellt oder auf betrügerische Shops hereinfällt?

2. Manipulationsanfällige Technologie

Besonders problematisch sind die weitreichenden Berechtigungen, die Agenten benötigen, etwa den Zugriff auf E-Mails, Zahlungssysteme, Kalender oder Onlinespeicher. Sind die Berechtigungen zu weit gefasst, kann ein manipulierter Agent etwa durch ungewollte Einkäufe großen Schaden anrichten oder versteckten Kaufanweisungen auf präparierten Webseiten, etwa von Fake-Shops, folgen.

3. Datenschutzrechtliche Probleme

Um sinnvoll arbeiten zu können, benötigen KI-Agenten umfangreiche Informationen über Präferenzen, Kontext und Kaufhistorie. Damit lassen sich aber DSGVO-Prinzipien wie Datensparsamkeit, Transparenz und Zweckbindung schwer vereinbaren. Außerdem könnten Händler aus den Daten psychologische Nutzerprofile erstellen und diese zur Preisdiskriminierung nutzen.

KI kritisch beäugen und diese Grundsätze einhalten

Verbraucher sollten bei KI-Shopping-Assistenten kritisch bleiben und folgende Grundsätze befolgen, rät die "c't":

  • Käufe stets manuell bestätigen.
  • Niemals Vollzugriff auf Bankkonten gewähren.
  • Ausgabenlimits festlegen.

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
10:00 Uhr
4 min.
Freiberg: Sommernächte bringen die Fußball-WM nach Freiberg – Fünf Tipps für Fans
Freiberg: Sommernächte bringen die Fußball-WM nach Freiberg – Fünf Tipps für Fans - Auch diesen Sommer heißt es wieder Hoffen und Bangen im Schlosshof Freiberg zum Public Viewing.
Wenn die Fußball-WM beginnt, dann fiebern viele auch in Freiberg mit der deutschen Nationalmannschaft mit. Für einen stimmungsvollen Fußballgenuss beim Public Viewing im Schlosshof haben wir fünf Tipps.
Mathias Herrmann
01.06.2026
2 min.
KI oder nicht KI: Wenn die Erinnerung trügt
KI oder nicht KI: Wenn die Erinnerung trügt - Erinnerungslücken bei KI-Nutzung: Nach einer Woche können viele Menschen nicht mehr sicher sagen, ob eine Idee von ihnen selbst oder einer KI stammt.
Eigene Leistung? Viele Menschen wissen nach einer Woche nicht mehr, in welchem Maße KI an einem Text beteiligt war, zeigt ein Experiment. Wie schnell uns unser Gedächtnis täuscht und was zu tun ist.
07.06.2026
5 min.
Nach elf Jahren Warten: Vogtländerin erhält eine Spenderniere
Nach elf Jahren Warten: Vogtländerin erhält eine Spenderniere - Ein glücklicher Tag im Jahr 2021: Claudia Hennebach erhält endlich ihre Spenderniere – nach elf Jahren Wartezeit.
Mit 19 erhält Claudia Hennebach eine Diagnose, die alles verändert. Es folgen Dialyse, Arztbesuche und elf Jahre auf der Organspende-Warteliste – bis endlich der Anruf kommt. Warum sie heute positiv zurückblickt.
Louise Wappler
20.05.2026
5 min.
Google lässt KI-Muskeln spielen
Google lässt KI-Muskeln spielen - Künstliche Intelligenz steht im Mittelpunkt neuer Google-Angebote.
Viele Wege durchs Web starten in der Suchmaschine von Google. Und dann meist in der Suchmaske, in die man Anfragen eintippt. Jetzt will der Internet-Riese das Eingabefeld fürs KI-Zeitalter fit machen.
Andrej Sokolow, dpa
06.06.2026
1 min.
Weiterer Großmieter öffnet im Chemnitzer Neefepark
Weiterer Großmieter öffnet im Chemnitzer Neefepark - In der Einkaufspassage im Neefepark öffnet ein weiteres Geschäft.
In dem jahrelang von Leerstand gebeutelten Einkaufszentrum zieht wieder Leben ein. Ein neuer Möbelanbieter empfängt ab Samstag Kunden. Die Details.
Benjamin Lummer
10:00 Uhr
3 min.
Flugplatzfest im Erzgebirge: Ein Modellflugzeug als Kerosinfresser
Flugplatzfest im Erzgebirge: Ein Modellflugzeug als Kerosinfresser - Michael Dressendörfer war unter anderem mit einem Hubschrauber auf dem Spiegelwaldgelände.
Der Verein Modellbau Spiegelwald hat Flugplatzfest gefeiert. Selbst ein Showpilot zeigte sich begeistert.
Katja Lippmann-Wagner
Mehr Artikel