MMS-Dämmerung mangels Nachfrage: Vodafone hat den Dienst bereits abgeschaltet, am 30. Juni ziehen auch Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 den Stecker.
MMS-Dämmerung mangels Nachfrage: Vodafone hat den Dienst bereits abgeschaltet, am 30. Juni ziehen auch Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 den Stecker. Bild: Laura Ludwig/dpa-tmn
Multimedia
MMS-Nachrichten verschwinden endgültig

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Vodafone hat die chronisch erfolglose MMS vor mehr als drei Jahren abgeschaltet. Jetzt ziehen die anderen Netzbetreiber nach. Bald sind MMS Geschichte - aber alles andere als alternativlos.

Berlin.

Eine SMS mit einem mies aufgelösten Foto im Schlepptau: Wer MMS-Nachrichten überhaupt noch kennt, hat sie vermutlich so in - schlechter - Erinnerung.

Im Alltag hat sich der Multimedia Messaging Service (MMS) ohnehin nie durchsetzen können, war technisch ruckzuck veraltet. Längst haben Mail, Messenger oder Nachrichten über den Nachfolgestandard RCS den Platz der MMS eingenommen.

Telekom, Telefónica und 1&1 ziehen den Stecker

Deshalb ziehen nun auch die Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 den Stecker: Am 30. Juni ist Schluss, erklären die Unternehmen auf ihren Hilfeseiten. Vodafone hatte den MMS-Dienst bereits im Januar 2023 abgeschaltet.

Als Alternative verweisen die Netzbetreiber etwa auf RCS-Chats, um Nachrichten mit Fotos, Videos oder großen Anhängen zu verschicken. Und natürlich gibt es weiterhin die klassische SMS-Nachricht, um reinen Kurztext zu transportieren. 

39 Cent und mehr pro MMS - immer schon viel zu teuer

Dass die MMS nie zum Massenphänomen geworden ist, dürfte nicht zuletzt auch am hohen Preis gelegen haben: je nach Netz und Anbieter 39 bis 79 Cent wurden pro verschickter Nachricht fällig. 

Technisch ist die MMS ohnehin hoffnungslos veraltet: An die Nachricht angehängte Fotos oder Audiodateien dürfen nur 0,3 Megabyte (MB) groß sein.

Das ist längst nicht mehr konkurrenzfähig angesichts von Messenger-Apps wie Signal, Threema oder WhatsApp, mit denen sich problemlos und ohne Extrakosten Fotos, Videos oder Sprachnachrichten von mehreren MB oder gar Gigabyte (GB) Größe verschicken lassen.

RCS-Nachrichten kosten so viel wie eine SMS: quasi nichts

Und: Das alles leisten inzwischen eben auch RCS-Chats in den Nachrichten-Apps wie iMessage oder Google Messages - Zustellungs- und Lesebestätigungen sowie Tippanzeigen inklusive.

Eine RCS-Nachricht kostet grundsätzlich so viel wie eine SMS - unterm Strich also meist gar nichts extra, weil eine SMS-Flatrate zu den meisten Mobilfunktarifen dazugehört. Eingebundene Fotos und Videos schmälern wie bei Messengern höchstens das monatliche Datenvolumen des Tarifs, wenn man nicht gerade mit einem WLAN-Netz verbunden ist. (dpa)

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