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Multimedia
Neue Airtags: Schneller zum Schlüssel in der Sofaritze

Mehr Reichweite, mehr Lautstärke, Dinge leichter finden. So lautet das Versprechen von Apples neuen Trackerchips. Im Test zeigt sich: Ja stimmt, aber sind sie wirklich lauter?

Berlin.

41 Meter, dann bricht die Verbindung ab. Ein guter Wert für Apples zweite Generation des Airtags. Die erste Generation des Tracking-Chips gibt im Test bei 26 Metern Entfernung vom Schlüsselbund auf. Ist beim Airtag neu also wirklich immer besser?

Seit knapp fünf Jahren gibt es die Chips von der Größe einer Zwei-Euro-Münze nun. Sie sollen dabei helfen, Dinge aufzuspüren. Also zum Beispiel Schlüssel, Portemonnaies, Koffer - manche taggen auch ihre Kinder damit. 

Dafür funken die kleinen Chips ein Bluetoothsignal. Es kann theoretisch von allen Apple-Geräten in der Nähe empfangen werden, dieser Standort wird dann verschlüsselt über die App "Wo ist?" den Eigentümern zugänglich gemacht. So kann man etwa auf der Karte sehen, wo ein Objekt ist und im Nahbereich mit Ultrabreitbandfunk (UWB) vom Telefon zum Airtag geleitet werden.

Derselbe UWB-Chip wie im iPhone 17

Apple verspricht, dass nur die Airtag-Eigentümer und von ihnen freigeschaltete Personen den Standort sehen können. Das Airtag selbst speichert demnach auch keine Standortdaten.

Die zweite Generation - schlicht auch Airtag genannt - kommt mit neuem Innenleben. Es ist derselbe UWB-Chip verbaut wie in der aktuellen iPhone-17-Generation, dazu auch ein verbesserter Bluetooth-Chip. Bis zu 50 Prozent mehr Reichweite soll es mit dem neuen Airtag geben. Außerdem soll der Lautsprecher mehr Wumms bekommen - einen neuen Signalton gibt es auch. Optik und Größe bleiben unverändert.

Geht schneller, weiter und vielleicht auch lauter 

Also auf zum Vergleichstest. Wir verstecken einen Airtag der ersten Generation und einen neuen im Blumentopf und zwischen den Sofakissen und begeben uns mit einem iPhone 16 Pro auf die Suche. Schnell zeigen sich kleine Unterschiede: 

  • Der Verbindungsaufbau zum neuen Airtag in der genauen Suche geht etwas schneller.
  • Die Richtungsanweisungen und Entfernungsangaben in der genauen Suche kommen früher, schneller und genauer.
  • Die Reichweite der zweiten Generation ist deutlich höher. Objekte können also schon aus größerer Entfernung präziser getrackt werden.
  • Der neue Signalton der neuen Airtags ist etwas höher als bei der ersten Generation. Ob er wirklich lauter ist - eine Frage des persönlichen Hörvermögens. Der subjektive Eindruck: Mal ja, mal vielleicht. Kommt auf die Umgebung an.
Verloren im Dickicht: Ein alter und ein neuer Airtag (unten) bei der Suche im Vergleichstest.
Verloren im Dickicht: Ein alter und ein neuer Airtag (unten) bei der Suche im Vergleichstest. Bild: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Welche Geräte unterstützen die verbesserte genaue Suche?

Dafür ist laut Apple ein iPhone 15 oder neuer nötig, oder ein iPhone Air. Das ebenfalls recht aktuelle iPhone 16e unterstützt die Funktion mangels UWB-Technik nicht - wie bei der ersten Generation Airtags auch schon. 

Was ist noch neu?

  • Für den Betrieb der neuen Airtags braucht es ein iPhone oder iPad mit iOS 26 oder neuer.
  • Die genaue Suche mit UWB funktioniert nun auch mit der Apple Watch Series 9 und Ultra 2 und neuer. Es muss mindestens watchOS 26.2.1 installiert sein.
  • Der Preis: Der einzelne Tag kostet weiterhin 35 Euro, das Viererpack ist mit 119 Euro nun aber günstiger als beim Vorgänger.
Verloren in der Sofaritze: Die Reichweite der zweiten Generation Airtags ist im Vergleichstest deutlich höher.
Verloren in der Sofaritze: Die Reichweite der zweiten Generation Airtags ist im Vergleichstest deutlich höher. Bild: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Was bleibt beim Alten?

  • Weil sich an Form und Maßen nichts geändert hat, kann man die alten Schlüsselanhängerhüllen und Co weiter benutzen.
  • Die Airtags setzen weiterhin auf nicht wiederaufladbare Knopfzellen (CR 2032). Die Laufzeit gibt Apple mit circa einem Jahr an.
  • Apples Statement: Die Airtags sind nur zum Tracken von Gegenständen und nicht zur Positionsbestimmung von Haustieren und Personen gedacht. 

Wer jetzt Airtags kauft: Genau hinschauen

Auf den ersten Blick gleichen sich die alten und neuen Airtags. Wer sie nicht direkt bei Apple kauft, sollte also genau hinsehen - um nicht aus Versehen die erste Generation zu erwischen. Es gibt drei Anhaltspunkte, dass es sich um neue Airtags handelt:

  • Die Verpackung ist nun etwas kompakter und es muss "AirTag (2nd generation)" aufgedruckt sein.
  • Die metallene Rückseite des Airtag hat die gravierte Inschrift "UWB - IP 67 - APPLE.INC - AirTag - FIND MY - BLUETOOTH LE".
  • Es ist auf der Rückseite unterhalb des Apple-Logos ein großes "CE" und eine durchgestrichene Mülltonne graviert.
Links alt, rechts neu: Wer die beiden Airtags unterscheiden will, muss schon genau auf die Rückseite schauen.
Links alt, rechts neu: Wer die beiden Airtags unterscheiden will, muss schon genau auf die Rückseite schauen. Bild: Till Simon Nagel/dpa-tmn

Fazit: Schmeißt die alten Airtags nicht weg

Mehr Reichweite, genauere Suche im Nahbereich, schnellerer Verbindungsaufbau, neuer Signalton. Ja, neu ist besser. Die neuen Airtags sind eine gelungene Evolution eines guten Produktes, aber keine Tracking-Revolution.

Zwar werden sie im Apple Store die Vorgänger ablösen, daheim muss das aber nicht sofort geschehen - sofern vorhandene Airtags noch gut funktionieren. Auch wenn der niedrigere Preis fürs Viererpack eine feine Sache beim Erweitern des Tracker-Pools ist. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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