Screenreader sind für blinde und sehbehinderte Menschen auch auf Smartphones essenziell: Damit das Vorgelesene aber nicht zur Qual wird, können Content-Erstellende einige einfache Dinge beachten.
Screenreader sind für blinde und sehbehinderte Menschen auch auf Smartphones essenziell: Damit das Vorgelesene aber nicht zur Qual wird, können Content-Erstellende einige einfache Dinge beachten. Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
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Zu viele Emojis? Hashtags ohne Großbuchstaben? Für blinde Menschen werden sie zum kryptischen Vorlese-Marathon. Doch es geht auch anders. Wie Posts ohne großartigen Aufwand inklusiv werden.

Berlin.

Soziale Medien sind allgegenwärtig - aber nicht für alle Menschen gleichermaßen nutzbar. Viele Inhalte bleiben für blinde, sehbehinderte und hörsehbehinderte Menschen unzugänglich. Das zu ändern, ist aber nicht besonders schwer.

Um zu zeigen, wie man Posts relativ einfach inklusiv gestalten kann, hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) eine Seite mit sieben Tipps erstellt, die man sich auch noch einmal in einem begleitenden Erklärvideo anschauen kann.

Screenreader, Lesbarkeit und Kontrast im Hinterkopf

Die Tipps berücksichtigen,

  • dass blinde Menschen mit sogenannten Screenreadern arbeiten, die den gesamten Bildschirminhalt auslesen, und
     
  • dass sehbehinderte Menschen etwa mit Vergrößerungssoftware arbeiten und deshalb insbesondere bei Bildern und Grafiken auf gute Lesbarkeit und gute Kontraste angewiesen sind.

Ohne Alternativtext ist alles immer nur "Bild" oder "Foto"

Wer also etwa Bilder postet, sollte darauf achten, diese möglichst immer mit einer Bildbeschreibung, dem sogenannten Alternativtext zu versehen. Oft wird einem diese Möglichkeit beim Hochladen eines Bildes angeboten. Das Problem: Ohne Alternativtext sagt der Screenreader nur "Bild" oder "Foto", was ziemlich frustrierend ist, wie man sich leicht vorstellen kann.

Zwei weitere Beispiele: Bei Wortreihungen in einem Hashtag hilft es, jedes neue Wort mit einem Großbuchstaben zu beginnen. Hashtags sind so einfacher zu verstehen, wenn der Screenreader vorliest, und es entstehen keine Missverständnisse. Aber auch Sehende können Hashtags, die so gestaltet werden, schneller erfassen und leichter lesen.

Vorgelesene Emojis nerven (noch mehr)

Emojis zu verwenden, macht meist Spaß: Zu viele davon sind aber auch nicht gut. Sie nerven irgendwann beim Lesen und stören noch viel mehr beim Zuhören. Denn Unicode-Emojis enthalten immer einen Alternativtext, der etwa von einer Sprachausgabe vorgelesen wird.

Viele werden das etwa vom Autofahren kennen, wenn man sich neue Nachrichten vorlesen lässt. Beispiel: "Gesicht mit rollenden Augen. Beide Hände hebende glückliche Person. Lachendes Gesicht mit offenem Mund und lächelnden Augen." (dpa)

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