Der häufigste Grund für ein überzogenes Girokonto sind hohe Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität.
Der häufigste Grund für ein überzogenes Girokonto sind hohe Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität. Bild: Mascha Brichta/dpa-tmn
Finanzen
Umfrage: Jeder Neunte war zum Jahresbeginn im Dispo

Die Zahl der Menschen, die mit einem überzogenen Girokonto ins neue Jahr startet, nimmt einer Umfrage zufolge seit Jahren zu. Daneben gibt es aber auch eine positive Entwicklung zu beobachten.

Berlin.

Für manche Menschen und Bereiche mag der Jahreswechsel tatsächlich einen Neuanfang bedeutet haben. Doch längst nicht alle konnten ihre Altlasten hinter sich lassen, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Civey im Auftrag des Kreditvergleichsportals Smava zeigt. Befragt wurden 5.000 volljährige Personen in Deutschland zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar – mit welchem Kontostand sie ins neue Jahr gestartet sind.

Das Ergebnis: Rund jeder neunte Erwachsene (10,9 Prozent) hatte zum Jahreswechsel ein überzogenes Girokonto. Im Jahr zuvor befand sich rund jeder Zehnte (10,3 Prozent) im Kontominus, im Januar 2024 rund jeder elfte (9,0 Prozent).

Allerdings auffällig: Im Vergleich zu den Vorjahren gaben die Befragten an, das Konto in geringerem Umfang überzogen zu haben. Nur noch rund jeder Dritte (33,9 Prozent) war demnach mit mehr als 2.000 Euro im Dispo, 2025 war es noch fast jeder Zweite (46,6 Prozent). Den größten Anteil der Überziehungen machten 2026 Beträge bis zu 1.000 Euro (53,2 Prozent) aus. 2025 war es der Wertebereich von mehr als 2.000 Euro, die Überziehungen bis zu 1.000 Euro reihten sich erst auf Platz 2 ein (42,7 Prozent).

Die Gründe für die Überziehungen sind vielfältig

Der häufigste Grund für die Kontoüberziehungen sind übrigens nicht die oft im Januar fälligen Versicherungsbeiträge. Denn diese Ursache rangiert nur auf dem dritten Platz (13,5 Prozent) - kurz vor ungeplanten Kosten etwa für Reparaturen oder Notfälle (11,2 Prozent). Der mit Abstand am meisten genannte Grund ist die Belastung durch Lebenshaltungskosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität (27,7 Prozent). Auf Platz zwei landeten andere Gründe (16,8 Prozent), was all jene angaben, die sich mit den restlichen Antwortmöglichkeiten nicht identifizieren konnten.

Gut zu wissen: Wer sein Konto überzogen hat, zahlt auf den vom Kreditinstitut gewährten Dispositionskredit häufig mehr als zehn Prozent Zinsen pro Jahr. Das ist im Vergleich zu einem gewöhnlichen Ratenkredit nicht selten mehr als das doppelte. Für manche Betroffene kann es sich darum lohnen, umzuschulden. (dpa)

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