Reinsdorfer Crosser blicken bereits aufs nächste Jahr

Die Motorsportler des MC Reinsdorf müssen weiter auf ihre ersten Rennen warten. Der Trainer sieht darin nicht unbedingt nur Nachteile.

Reinsdorf.

Die Motocrosser des MCReinsdorf können aufgrund der Corona-Lockerungen in Sachsen seit über einer Woche wieder trainieren. Mit Wettkämpfen sieht es dagegen düster aus. Sowohl die Flöha-Pokal-Serie als auch die MX-Sachsenmeisterschaft sind komplett abgesagt. Am Samstag hätten regulär die Läufe in Leubsdorf auf dem Programm gestanden.

"Es ist natürlich besonders schade für unsere jungen Läufer, die vor der Saison erst die Klasse gewechselt hatten", sagt Motocross-Trainer Veit Raudies vom Raudies-Racing-Team. Zu den Talenten gehört der Geringswalder Tom Fischer. 2017 stieg er in der Klasse bis 65ccm (8 bis 12 Jahre) ein und wurde Elfter der Gesamtwertung, ein Jahr später reichte es aber nur für den 16. Rang. In seiner dritten Saison fuhr er im vergangenen Jahr zweimal auf Platz2 (in Hainichen und Tettau) und schaffte es auf Gesamtrang 4. "Diesen Leistungsschub aus dem vergangenen Jahr wollte ich nun eigentlich nutzen."

Das Hainichener Talent Tim Engelmann muss weiter auf seinen ersten Start für das Reinsdorfer Team warten. Er stieg 2015 mit Gesamtrang 13 in die Motocross-Sachsenmeisterschaft der 50-ccm-Klasse ein. Bereits ein Jahr später gewann er die Serie und wechselte in die 65er-Klasse. 2018 wurde er Gesamtvierter, im vergangenen Jahr gewann er Bronze. Es folgte der Anschluss an das Raudies-Racing-Team, sodass ihm nun mit der Strecke in Reinsdorf und der Piste in der Hainichener Lehmgrube gleich zwei Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. "Ich wollte 2020 zu den anderen Fahrern in dieser Klasse aufschließen."

Rund 15 Motocrosser betreuen die Reinsdorfer in diesem Jahr. Darunter ist der Großschirmaer Justin Turowski, der in der 65er-Klasse im vergangenen Sachsenmeister wurde. Mit Oskar Gühnel aus Reinsdorf hat das Team auch einen Lokalmatador unter seinen Fittichen. Er wurde im vergangenen Jahr Vizemeister in Sachsen in der 65er-Klasse. Das einzige Mädchen in der Reinsdorfer Talenteschmiede, Anne Römer, durfte am vergangenen Wochenende schon etwas Wettkampfluft schnuppern. Die junge Burgstädterin nahm bei einer Veranstaltung der Deutschen Jugendförderung Motocross teil und wurde in diesem Rennen Vierte.

Doch diese Wettkämpfe werden im Sommer eher die Ausnahme bleiben, schätzt Veit Raudies. "Für die Fahrer, die 2020 hohe Ambitionen hatten, wird es ein verlorenes Jahr", sagt er. Dazu zählt er auch Eddy Frech, der um die Deutsche Meisterschaften mitfahren wollte. "Doch nun bereiten wir ihn bereits auf das kommende Jahr vor, wo er in der MX2-Klasse starten soll", so Raudies. Generell werde er erst in einigen Monaten erkennen können, "wer die Zeit für Training genutzt oder wer sie nur abgebummelt hat", sagt der Trainer. "Aber immerhin können sich unsere Talente dann an die leistungsstärkeren Maschinen gewöhnen und im kommenden Jahr angreifen."

Ruhig ist es auf dem Gelände in Reinsdorf ohnehin nicht. Jeden Mittwoch und Freitag trainieren die Mitglieder wieder auf der Motocross- sowie auf der BMX-Strecke. Und ein Termin steht trotz Corona fest im Veranstaltungskalender von Veit Raudies: Das Ferienlager für junge Talente in den letzten beiden Juli-Wochen. "Es haben sich schon viele Kinder dafür angemeldet, aber noch gibt es freie Plätze." (rosd/sfrl)

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