Riese mit Hammer und Sichel

Vieles meint man über unseren Trabanten längst zu wissen. Allerdings halten sich einige populäre Irrtümer über den Begleiter der Erde hartnäckig.

Der Mond ist natürlich kleiner als die Erde - dabei aber gewaltiger, als man meint: Mit einem Durchmesser von knapp 3500 Kilo-metern erreicht er immerhin ein Viertel der Größe des Zentralkörpers und ist damit fünftgrößter Mond des Sonnensystems nach Ganymed (Jupiter), Titan (Saturn), Kallisto und Io (beide Jupiter). Diese wirken zudem neben und von ihren Zentralkörpern aus vergleichsweise winzig: Jupiter und Saturn haben nicht nur einen wesentlich größeren Durchmesser als die Erde - ihre großen Monde sind auch viermal so weit von ihnen weg wie der Erdmond von unserem Heimatplaneten.
Dass unser Trabant eine "dunkle Seite" habe, ist auch ein Irrtum - auch wenn das 1973 veröffentlichten Pink-Floyd-Album "Dark Side of the Moon" eines der erfolgreichsten der Menschheitsgeschichte ist. Wahr ist vielmehr, dass der Mond in sogenannter gebundener Rotation um uns kreist und daher immer dieselbe Hälfte der Erde zuwendet. Dabei dreht er sich aber von der Sonne aus gesehen dennoch langsam um seine eigene Achse, sodass man auf dem Mond Tag und Nacht erleben kann. Allein die Erde geht dort nicht auf oder unter: Sie steht am Mondhimmel immer an der gleichen Stelle.

Viele Menschen sind sich zudem sicher, dass der Mond keine Atmosphäre besitze - doch auch das stimmt so nicht: Seit seiner Entstehung vor rund 4,5 Milliarden Jahren hat er mit seiner Masse Helium-, Neon-, Wasserstoff- und Argonpartikel aus dem Sonnenwind "gefangen", die ihn als dünne Gasschicht umgeben. Diese ist allerdings extrem dünn - unter Erdbedingungen würde die gesamte Mondatmosphäre nur etwa drei 50-Meter-Schwimmbecken füllen! Das genügt weder für die Brechung von Licht noch für die Ausbreitung von Schallwellen.

Die amerikanische Flagge steht für die erste Landnahme des Mondes? Falsch: Bereits zehn Jahre bevor Apollo 11 das Sternenbanner hochbrachte, schoss die Sowjetunion ihre Sonde Lunik 2 auf die Oberfläche, welche kurz vor ihrem harten Aufprall eine rote Folie mit Hammer und Sichel abwarf. 1966 funkte die zweite weich gelandete russische Sonde Luna 10 sogar die "Internationale" zur Erde. Aber keine Frage: Dass 1969 ein Amerikaner als erster Mensch auf dem Mond landete, war spektakulärer!

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