Roselore Sonntag wünscht sich Olympioniken

Die ehemalige Turnerin und Olympiateilnehmerin 1960 in Rom ist Namensgeberin für die neue Turnhalle in Geringswalde. Aus gutem Grund.

Geringswalde.

Lange haben sie warten müssen. Jetzt ist es endlich soweit: Ab nächster Woche wird der Sportunterricht für Schüler der Diesterweg-Grundschule nun in der nagelneuen Turnhalle stattfinden. Freilich musste der "große Bahnhof" und ein geplantes rauschendes Fest pandemiebedingt überschaubarer ausfallen. So trafen sich stattdessen am Freitagvormittag Schüler und Pädagogen mit Geringswaldes Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) zu einem kleinen Festakt. Mit dabei: Ehrenbürgerin und Namensgeberin der Sportstätte, Roselore Sonntag. Die ehemalige Turnerin und Olympiateilnehmerin 1960 in Rom wandte sich direkt an die Mädchen und Jungen: "Nutzt diese Möglichkeiten, freut euch und schätzt es, was hier durch die Initiative der Kommune zustande gekommen ist." Und vielleicht seien heute auch künftige Sportler dabei, die aus Geringswalde stammten und sich bis zu Olympia hocharbeiteten. "Die Grundlagen sind gelegt, macht was daraus", feuerte die 86-jährige gebürtige Geringswalderin ihre 133 jungen Zuhörer an.

Die hatten in einem Lied schon Theo besungen, der fit ist wie ein Turnschuh, und mit synchronisierten Bewegungen den Hallenboden zum Schwingen gebracht. "Wir hatten einen Riesenspaß beim Einstudieren, und die Ungeduld vor allem der Dritt- und Viertklässler war kaum noch zu zügeln", erklärte Schulleiterin Silke Simon. Schließlich hätten die Älteren das Gebäude täglich wachsen sehen. Die Freude darauf wäre groß, jetzt alles auszuprobieren und sich an die Dimensionen der Halle zu gewöhnen. "Wir sind dem Schulträger sehr dankbar für die optimalen Bedingungen." Geringswaldes Stadtchef hatte die Lacher auf seiner Seite, als er vom Pläneschmieden im Rathaus "wie bei Egon Olsen" sprach. "Einige in der Stadt meinten, da passt doch keine Halle hin. Ich habe es abgeschritten und festgestellt, es könnte passen."

Ursprünglich stand die Inbetriebnahme bereits für Juni vergangenen Jahres fest. Probleme am Bau verhinderten das. Später kam Corona und wirbelte die Pläne erneut gehörig durcheinander.

Möglich war der Neubau durch das von Bund und Land aufgelegte Programm "Brücken in die Zukunft", an dem sich die Kommune mit rund 60 Prozent der Gesamtkosten von etwa 1,3 Millionen Euro beteiligte.

Tag der offenen Tür Am 23. September ist die Sportstätte für interessierte Geringswalder ab 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet.

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