Rund 5000 Brandschützer haben einen neuen Chef

Tommy Kühn will sich als Kreisbrandmeister für den Nachwuchs einsetzen

Freiberg.

Seit Gerald Nepps Eintritt in den Ruhestand im vorigen Sommer war die Stelle des hauptamtlichen Kreisbrandmeisters in Mittelsachsen vakant - jetzt übernimmt der 30-jährige Tommy Kühn den Posten. Am Mittwoch hat ihn der Kreistag in seiner Sitzung in Hartha bestellt. Damit ist der Niederbobritzscher der Chef von rund 5000 Feuerwehrleuten in 53 Gemeinde- und über 200 Ortsfeuerwehren.

Tommy Kühn hat Sicherheit und Gefahrenabwehr studiert. Seit Oktober 2017 arbeitet er in der Kreisverwaltung als Sachbearbeiter Brandschutz und hat in dieser Zeit eine Ausbildung an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen in Nardt absolviert. In Niederbobritzsch ist er stellvertretender Ortswehrleiter.

Im Kreistag sagte Kühn: "Ich komme von der Basis und weiß, wo die Probleme liegen und woran wir arbeiten müssen." Auf Anfrage von "Freie Presse" ergänzte er am Donnerstag: "Die Wehren werden sicher auf mich zukommen." Schwierigkeiten gab es in der Vergangenheit mit den Piepsern. Teils reichte die Netzabdeckung nicht, und die Akkus waren zu schnell runter. Laut Kühn sind diese Probleme weitgehend ausgeräumt. "Wir haben eine fast vollständige Netzabdeckung, und bei den Meldeempfängern hat sich die Akkulaufzeit nach einem Softwareupdate verbessert."

Als eine seiner ersten Aufgaben als Kreisbrandmeister nannte er die Bildung von Inspektionsbereichen. "Damit soll eine übersichtliche Struktur geschaffen werden, um eine bessere Zusammenarbeit mit den Gemeinde- und Ortswehrleitern zu ermöglichen." In jedem Bereich soll es einen stellvertretenden Kreisbrandmeister geben. Zu seinen Aufgaben gehört zudem das Überprüfen der Ausrüstung und der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in Mittelsachsen. Stichpunkt Ausrüstung: Der Freistaat habe die Festbeträge erhöht, die er für neue Depots oder Fahrzeuge bezahlt. Und Kommunen könnten bei Sammelbestellungen für Feuerwehrautos sparen. "Deshalb werden wir den Bedarf ermitteln und einer Gemeinde mitteilen, wenn eine andere Gemeinde das gleiche Fahrzeug will", so Kühn.

Schon als Kind war er Mitglied der Jugendfeuerwehr in seinem Heimatort. Später leitete er die sehr aktive Jugendfeuerwehr Niederbobritzsch. Als Kreisbrandmeister will sich der Vater eines zweijährigen Sohnes auch für die Nachwuchsarbeit einsetzen. Er schätzt ein: "Prinzipiell sind wir in Mittelsachsen im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehren gut aufgestellt." Problematisch sei aber der Übergang in die aktive Feuerwehr-Abteilung, weil Ausbildung oder Studium oft woanders erfolgen.

Kühn befürwortet Aufwandsentschädigungen für die Führungskräfte der freiwilligen Feuerwehren: "Eine generelle Entschädigung für alle Kameraden sehe ich aber kritisch. Denn das ist die falsche Motivation, in die Feuerwehr zu gehen."

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