Spitzensportler fordern mehr Geld für Olympiaerfolge

Mehr finanzielle Unterstützung wollen auch Leistungssportler aus Sachsen. Andere Nationen sind da schon weiter.

Chemnitz.

Vor dem größten Athleten-Forum aller Zeiten am Samstag in Lausanne fordern Spitzensportler mehr Geld. Sie wollen eine stärkere Beteiligung an den durch die Olympischen Spiele erzielten Milliarden-Einnahmen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Max Hartung, Vorsitzender der Athletenkommission, sagte bei "MDR-aktuell": "Bei großen Sportevents wird sehr viel Geld umgesetzt. Bislang verteilt das IOC das Geld nur an die Verbände. Es müssen aber auch die mitverdienen, die auf der Bühne stehen." 25 Prozent der IOC-Einnahmen in einem olympischen Zyklus sollen an die Sportler gehen, so die Forderung des Säbelfechters. Auf Grundlage der aktuellen IOC-Einnahmen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro für den jüngsten Olympiazyklus würde das 1,75 Milliarden Euro ausmachen.

Kugelstoß-Ass Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) sagte: "Grundsätzlich stimme ich Hartung zu. Eine direkte Beteiligung der Sportler an den Einnahmen würde ich als großes Dankeschön empfinden. In Polen zum Beispiel erhält ein Olympiasieger 50.000 Euro und jeder Medaillengewinner eine lebenslange monatliche Rente - beides muss nicht versteuert werden. In Deutschland bekommt ein Olympiasieger von der Sporthilfe 20.000 Euro, die er versteuern muss. Das macht deutlich sichtbar, dass wir hier Leistungssport aus Leidenschaft betreiben und nicht, weil man damit Geld verdienen kann." Eric Frenzel (SSV Geyer), Olympiasieger in der Nordischen Kombination,sagte: "Ich finde es großartig, dass so etwas von den deutschen Athletenvertretern angeschoben wird. Wir profitieren zwar indirekt schon über den Deutschen Olympischen Sportbund, der uns die Voraussetzungen bietet, um bei Olympia an den Start gehen zu können. Aber die immensen Einnahmen des IOC sind ja letztendlich nur möglich, weil wir Athleten bei Olympia starten. Deshalb sind wir, wenn man so will, ihr höchstes Gut. Daher verstehe ich diese Forderungen und unterstütze sie. Mal sehen, was rauskommt."

Christian Dahms, Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen, reagierte skeptisch: "Natürlich soll jeder Leistungssportler angemessen finanziert werden. Bei dem Vorschlag der Athletenvertretung fehlt mir aber das konkrete Konzept für eine etwaige Verteilung der IOC-Gelder." So bleibe unklar, wie die Aufteilung in Mannschaftssportarten oder in Individualsportarten wie Schwimmen/Turnen erfolgen soll, in denen mehrere Medaillengewinne möglich sind. In Österreich hat der Leichtathletik-Verband in dieser Woche ein Prämiensystem für die WM in Doha (2019) und Olympia 2020 vorgestellt. Olympia-Gold in Tokio würde demnach 205.000 Euro bringen.

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4Kommentare
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  • 1
    1
    Zeitungss
    14.04.2019

    Der bisherige Rote hat sicherlich das Bild zum obigen Beitrag übersehen.

  • 3
    1
    Zeitungss
    13.04.2019

    Die Werbefläche auf der Bekleidung vergrößern, sollte schon mal helfen. Eine ordentliche Spartengewerkschaft sollte den Rest erledigen, eine Zwangsabgabe der Bevölkerung wäre auch denkbar. Mit Sport und deren Leistungen hat das allerdings nichts mehr zu tun. Mal sehen, wenn bei Börse vor acht der erste Spitzensportler erscheint.

  • 3
    1
    Hinterfragt
    13.04.2019

    Die können doch 'ne Gewerkschaft gründen und dann Streiken ...

  • 4
    1
    Pelz
    13.04.2019

    Augen auf bei der Berufswahl.



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