2. Fußball-Bundesliga: Derbe Niederlage für Aue in Bremen

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Dieser Gegner hatte eine andere Kragenweite: Deutlich mit 0:4 (0:2) verlor der FC Erzgebirge in der 2. Bundesliga bei Werder Bremen. Die Auer sahen am Freitagabend keinen Stich.

Bremen.

Die Hoffnungen auf einen Punktgewinn waren groß, doch es wurde eine Abreibung. Vor dem Sachsenderby gegen Dynamo Dresden muss der FC Erzgebirge eine 0:4 (0:2)--Pleite in Bremen verdauen, sie verarbeiten und die richtigen Schlüsse ziehen. Der Abstiegskampf kennt keine Ruhepausen.

Marc Hensel verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Nach vier Gelben Karten war der 35-Jährige gesperrt, durfte ab 18 Uhr erst einmal keinen Kontakt mehr zur Mannschaft haben. "Im Herzen bin ich eben noch Spieler, grätsche an der Seitenlinie mal mit rein", sagte der FCE-Teamchef dazu, "ich akzeptiere das natürlich so, wie es ist." Kontakt nach unten hielt Hensel aber durchaus, war über ein Headset mit der Bank verbunden, wo Sportdirektor Pavel Dotchev das Kommando führte.

Auf dem Platz präsentierte sich die erwartete Startelf der Veilchen: Dimitrij Nazarov kehrte nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück, dafür rutschte Jan Hochscheidt wieder in die Jokerrolle - die einzige Änderung bei den Gästen im Vergleich zur Vorwoche. Bei den Bremern, die zuletzt mit 1:2 in Kiel verloren hatten, gab es deren zwei: Anstatt des coronapositiven Eren Dinkci und Ilia Gruew spielten Milos Veljkovic und Romano Schmid. Die wichtigste Neuerung war aber der Mann auf der Trainerbank: Ole Werner gab sein Debüt als Werders Chefcoach.

Anders als im Süden der Repu- blik oder in Sachsen, wo derzeit nur ganz wenige oder gar keine Zuschauer in die Arenen dürfen, waren im Weserstadion 15.024 dabei, allerdings nur Dauerkarteninhaber des Heimteams mit 2G-Status, Gästefans mussten draußen beziehungsweise zu Hause bleiben.

Die Stimmung auf den Rängen war blendend. Erst recht, als Schmid nach knapp sieben Minuten die frühe Führung für den Erstligaabsteiger erzielte. Der Österreicher profitierte von einem unglücklichen Klärungsversuch von Sam Schreck, zog aus 18 Metern ab und traf ziemlich genau ins rechte obere Eck. Martin Männel streckte sich vergeblich. Das 2:0 besorgte mit Veljkovic der zweite Neue im SVW-Team nach einer Ecke. Die hatte Soufiane Messeguem eigentlich schon geklärt, doch der Kopfball des Auers kam per Doppelkopf über Schmid und Niclas Füllkrug zurück vor Männels Kasten, wo Veljkovic mit einer artistischen Aktion abschloss (19.). Abseits war es nicht, das hatte John-Patrick Strauß, der nicht rechtzeitig nach vorn rücken konnte, aufgehoben. Leonardo Bittencourt hatte kurze Zeit später das 3:0 auf dem Fuß, wollte es aber etwas zu genau machen und setzte den Ball aus bester Schussposition an den rechten Pfosten. Das lag auch an Männel, der sich breit machte, das Fenster für den Schützen so deutlich verkleinerte (32.). Die Auer bemühten sich ihrerseits ebenfalls um offensive Akzente, kamen aber kaum einmal auch nur in die Nähe des Bremer Tores, zu einem Abschluss schon gar nicht. Das verhinderten ein gutes Stellungsspiel und die resolute Zweikampfführung der Hausherren, die die Erzgebirger deutlich beeindruckte.

Bei Halbzeit richtete Hensel in der Kabine (da durfte er in der Pause rein) deutliche Worte an sein Team. An den Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte das nichts. Werder dominierte weiter, Anthony Jung (50.) verpasste den dritten Treffer noch, Marvin Ducksch machte ihn dann (53.). Die Vorbereitung zu Duckschs siebtem Saisontreffer kam wie schon beim 2:0 von Füllkrug. Das 4:0 besorgte Füllkrug nach Pass von Felix Agu dann selbst (57.) - sein fünftes Tor in dieser Spielzeit, das sechste der Karriere gegen seinen Lieblingsgegner Aue.

Die Gäste hatten in der zweiten Hälfte einen Fernschuss von Strauß (weit über den Kasten/52.), ein Abseitstor (62.) und einen spektakulären Lattenknaller von Nazarov aus mehr als 30 Metern Torentfernung (75.) zu bieten. Der letzte Höhepunkt in einem Match, das längst entschieden war.

Statistik

Bremen: Pavlenka - Toprak (V/60. Mai), Veljkovic (84. Schönfelder), Friedl - Agu (72. Weiser), Jung - Groß (V) - Schmid (60. Gruew), Bittencourt (72. Mbom) - Ducksch, Füllkrug. Aue: Männel - Strauß, Gonther, Barylla, Carlson - Schreck (86. Riese), Messeguem (V/61. Hochscheidt), Kühn (72. Baumgart), Sijaric (61. Härtel) - Nazarov, Jonjic (V/72. Gueye) SR: Dankert (Rostock). Zu.: 15.024. Tore: 1:0 Schmid (7.), 2:0 Veljkovic (19.), 3:0 Ducksch (53.), 4:0 Füllkrug (57.)

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