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5:1 zum Auftakt: Deutschland startet furios in Fußball-EM

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Im EM-Eröffnungsspiel besiegt Deutschland alle Zweifel und bezwingt mit nur einem Schönheitsfehler überforderte Schotten.

Fröttmaning.

Man musste ja nicht einmal überzeugter Pessimist sein, um die Vorzeichen für die deutsche Nationalmannschaft vor diesem Eröffnungsspiel der Fußball-EM 2024, nunja, zumindest nicht ganz so gut zu sehen. Da war die Historie mit immerhin drei Turnierauftaktspielen in Folge, die Deutschland seit 2016 regelmäßig vergeigt hatte. Und da waren die durchwachsenen Testspielauftritte gegen Mannschaften, die wie Auftaktgegner Schottland mit einer solchen Leidenschaft rustikal verteidigen, dass man Ölschmierer im Gesicht sehen kann. All diese Zweifel aber, sie waren an einem aufregenden, phasenweise begeisternden Fußballabend in der Arena in Fröttmaning am Ende unbegründet: 5:1 (3:0) bezwang eine dominante, höchst spielfreudige deutsche Mannschaft enttäuschende Schotten verdient und deutlich.

Dabei war dieser Luftballon voller Ungewissheit bis zum Anpfiff unaufhörlich druckvoll angeschwollen. Er wuchs auch während der sechsminütigen Eröffnungszeremonie ähnlich schnell wie der acht Meter große Luftmatratzen-Pokal, den sie auf dem Anstoßpunkt entfalteten. Und er wuchs weiter, als die Europameister-Kapitäne Jürgen Klinsmann (1996) und Bernhard Dietz (1980) gemeinsam mit Beckenbauer-Witwe Heidi (stellvertretend für ihren verstorbenen Ehemann Franz, 1972) den echten, den silbernen Pokal in die restlos ausverkaufte Arena trugen.

Danach gehörte kurz den 10.000 schottischen Fans die Aufmerksamkeit, als sie einen derart ohrenbetäubenden Gesang anstimmten, dass vermutlich sogar das Seismologische Zentralobservatorium in Hannover Ausschläge vermerkte. Diese Leidenschaft, dieser Lärm aber verstummte schlagartig, als endlich der Fußball rollte und vor einem Millionenpublikum an den Fernsehern in ganz Europa ein Spiel begann, dessen Idee so wunderbar einfach, so unaufgeregt ist, dass es ja vor allem Kinder so gerne spielen.

"Es ist Nervosität da", hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann noch verraten - und die allseits erwartete, eingespielte Elf auf den Rasen geschickt. Sogleich entwickelte sich eine Partie nach dem Geschmack der Deutschen: Die Schotten machten den verhängnisvollen Fehler, sich enorm tief in die eigene Hälfte fallen zu lassen und überließen so dem EM-Gastgeber Ball und Taktstock. Eine Eingewöhnungsphase benötigte Deutschland so nicht, bereits in der ersten Minute hatte Schottland Glück, dass Florian Wirtz nach langem Pass von Antonio Rüdiger im Abseits allein vor Gästekeeper Gunn aufgetaucht war. Ihr Grundrezept aber hatte die DFB-Elf damit verraten - verteidigen konnten die Schotten es trotzdem nicht.

Zu quirlig, zu gedankenschnell, zu überlegen in allen Bereichen zog Deutschland sein Offensivspiel ausgehend von Toni Kroos über die schnellen Wirtz und den überragenden Musiala auf den Außenbahnen auf. Zudem stand die Defensive um Jonathan Tah und Rüdiger felsenfest, Schottland besaß in 90 Minuten keinen einzigen Torschuss. Die Schotten, sie fanden überhaupt nicht statt und kassierten ihr erstes Gegentor bereits nach zehn Minuten: Kroos‘ langen Ball gab Musiala flach und quer auf Wirtz weiter, der aus 17 Metern den ersten Treffer dieser EM erzielte. Neun Minuten später steckte Kapitän Ilkay Gündogan den Ball sehenswert auf Havertz durch, der Musiala ablegte: 2:0 (19.). Der Lautstärkeregler für den schottischen Anhang war nun abgedreht, während die deutschen Fans bereits euphorisch "Oh, wie ist das schön" anstimmten. Und weiter spielte nur Deutschland, das diesen Luftballon voller Ungewissheit mit lautem Knall noch in Hälfte eins vollends zum Platzen brachten: Das rohe Foul von Ryan Porteous gegen Gündogan bedeuteten Platzverweis und Elfmeter, das 3:0 durch Havertz (45.).

Wirtz (58.), Gündogan (59.) und Sané (64.) hätten in der Folge bereits auf 4:0 stellen können. Es gelang aber dem eingewechselten Niklas Füllkrug, der den Ball humorlos unter die schottische Latte drosch (68.). Als er den Ball auch noch zum 5:0 über die Torlinie der traurigen Schotten stocherte, entschieden die Unparteiischen auf Abseits.

Noch mehr Mitleid hatte nur Antonio Rüdiger, der kurz vor Schluss eine wilde Hereingabe unglücklich per Bogenlampe über Torwart Manuel Neuer hinweg ins eigene Netz zum 1:4 bugsierte. Den Schönheitsfehler retuschierte Emre Can mit dem 5:1-Schlusspunkt per Flachschuss in der Nachspielzeit. Die Vorzeichen für Mittwoch, 18 Uhr, in Stuttgart gegen Ungarn jedenfalls sind nun völlig andere.

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