ARD-Bericht: Russland weiter mit Versäumnissen im Anti-Doping-Kampf

Russland hat nach einem Bericht der ARD weiter deutlichen Nachholbedarf bei der Dopingbekämpfung. In der Dokumentation "Geheimsache Doping: Verräter – Die Folgen des Falls Russland" berichtete der Anwalt Andrej Suschko davon, dass nur rund 10 von 85 Regionen die Vorgaben des nationalen Anti-Doping-Plans umgesetzt hätten. Dazu gehöre unter anderem die Berufung von Fachpersonal. Der Kreml erklärte auf Anfrage der ARD, der Sachverhalt läge nicht in seinem Kompetenzbereich.

Durch eine ARD-Dokumentation war vor vier Jahren die Aufdeckung des russischen Staatsdoping-Skandals ins Rollen gekommen. Noch immer ist beispielsweise der russische Leichtathletik-Verband RUSAF vom Weltverband IAAF suspendiert. Am kommenden Dienstag entscheidet die IAAF über ein Ende der Sanktionen. Erst Mitte September hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA trotz massiver Proteste wieder aufgenommen.

Laut des ARD-Berichts habe sich der in der Kritik stehende WADA-Präsident Craig Reedie immer noch nicht mit den Whistleblowern Julia Stepanowa und ihrem Mann Witali getroffen. "Niemand hat mich gefragt, ob ich die Whistleblower mal besuchen möchte", sagte Reedie.

Die Stepanows und Whistleblower Grigorij Rodtschenkow, der den Dopingskandal während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi aufdeckte, leben inzwischen im Exil in den USA. Rodtschenkow habe nach Morddrohungen sein Äußeres verändern müssen.

"Wenn man Bedingungen für den Umgang mit Whistleblowern hätte haben wollen, dann hätte man sie für Whistleblower allgemein einführen müssen", sagte Reedie lediglich: "Das ist nicht passiert. Ich befürchte, damit werden wir jetzt leben müssen."

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