Auch Dalla Porta vorzeitig neuer Champion

Während der Italiener in Australien den WM-Titel in der Moto3 feierte, zieht sich die Entscheidung in der Moto2 weiter hinaus. Sogar der Schweizer Tom Lüthi kann noch hoffen.

Chemnitz/Phillip Island.

Jetzt bleibt nur noch ein Titel offen in der Motorrad-Weltmeisterschaft 2019. Nach Marc Marquez in der Königsklasse MotoGP sicherte sich am Sonntag beim Grand Prix von Australien in Phillip Island der Italiener Lorenzo Dalla Porta vorzeitig den Moto3-WM-Titel. Der Honda-Pilot vom Leopard-Racing-Team feierte seinen dritten Saisonsieg vor den Spaniern Marcos Ramirez (Honda) und Albert Arenas. Dalla Portas ärgster Verfolger im Kampf um die WM-Krone, Aron Canet, stürzte bereits in der dritten Runde und büßte damit alle Chancen ein, Dalla Porta noch abzufangen. Für den Spanier bleibt damit nur der Trost, mit Tony Arbolino, Marcos Ramirez und John McPhee um die Vize-Weltmeisterschaft zu kämpfen.

Anders sieht es dagegen in der Moto2 aus. In Phillip Island holte Brad Binder den dritten Saisonsieg vor seinem KTM-Markenkollegen Jorge Martin. Der Schweizer Tom Lüthi (Kalex) wurde Dritter und liegt zwei Rennen vor Saisonende nur noch 28 Punkte hinter Spitzenreiter Alex Marquez, der in Australien nicht über Rang acht hinaus kam. Binders Rückstand beträgt 33 Punkte. "Es ist in der WM noch alles möglich", sagt der Moto2-Vizeweltmeister von 2016 und 2017.

Marcel Schrötter zeigte im Moto2-Rennen eine starke Aufholjagd. Am Ende stand Platz elf zu Buche. Im Qualifying hatte der Landsberger keine schnelle Runde geschafft und musste von Startplatz 20 aus das Rennen aufnehmen. "Egal, was ich mache, es funktioniert alles nicht", ärgerte sich Schrötter nach dem missglückten Qualifying. "Das ist natürlich doppelt bitter, weil wir in diesem Jahr schon mehrmals bewiesen haben, dass wir es können." So wie im Rennen, da sei es "zum Glück besser gelaufen". Die beiden anderen deutschen Fahrer Philipp Öttl und Lukas Tulovic beendeten das Rennen auf den Rängen 22 und 24.

Die Entscheidung in einem dramatischen MotoGP-Rennen fiel erst in der Schlussphase. Marc Marquez bog in Führung liegend als Erster in die erste Kurve der letzten Runde ein. Maverick Viñales versuchte alles, um am alten und neuen Weltmeister dran zu bleiben und einen Angriff vorzubereiten, kam aber dabei zum Sturz. Damit überquerte der Brite Cal Crutchlow als Zweiter die Ziellinie. Schließlich brachte Jack Miller (Ducati) bei seinem Heim-Grand-Prix das Kunststück fertig, seinen Teamkollegen Francesco Bagnaia mit 0,055 Sekunden Vorsprung auf den vierten Platz zu verweisen.

Für den 40-jährigen Valentino Rossi endete der 400. GP-Einsatz mit einer Enttäuschung. Denn er fiel nach einem starken Start und wenigen Führungsrunden zurück und musste am Ende mit dem achten Platz vorlieb nehmen.

Salac zu Boden gerissen

Eine Woche nachdem sich Filip Salac vom sächsischen Team Prüstel GP bei einem Trainingsunfall in Japan einen Doppelbruch des kleinen Zehs zugezogen hatte, fuhr der 17-Jährige in Australien in der Moto3 das Rennen seines Lebens. Der junge Tscheche behauptete sich in der über 20-köpfigen Spitzengruppe. Acht Runden vor Schluss lag Salac auf einem sensationellen vierten Platz, als Alonso Lopez ihm rücksichtslos den Weg abschnitt und zu Boden riss.

Für Jakub Kornfeil lief es im Rennen nicht rund. Von Startplatz 28 kämpfte er sich auf Position 15 vor und holte noch einen WM-Punkt. Aber ohne die elf Stürze wäre solch eine Platzierung für den 26-jährigen Tschechen nicht möglich gewesen. (sg)

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