Auf Anhieb Publikumsliebling

In der Gewichtheber-Bundesliga gab es für die Teams der Region die erwarteten Resultate. Eine Premiere hatte es in sich.

Chemnitz/Plauen.

Noch bevor er erstmals an die Hantel ging, strahlte er bei der Begrüßung ins Publikum. Als er dann bei seinem letzten und sechsten Auftritt im Stoßen mit großem Kampfgeist beeindruckende 206 Kilogramm zur Hochstrecke brachte und auf der Bühne vor Freude gleich noch einen Rückwärtssalto zeigte, wurde er euphorisch gefeiert: Der Lette Vadims Kuzevnikovs avancierte bei seiner Heimpremiere für den Chemnitzer AC auf Anhieb zum Publikumsliebling. Beim klaren Sieg der Gastgeber im Bundesligavergleich gegen den AC Potsdam (696,4:486) steuerte er nach seinem Auswahlgefährten Ritvars Suharevs, der gleichfalls Bestleistungen aufstellte und auf 181,2 Relativpunkte kam, mit 169 Zählern das zweitstärkste Ergebnis bei.

"Die Atmosphäre hat mir super gefallen. Und ich mache auch gern einmal ein bisschen Show, bin fröhlich, vor allem, wenn es so gut funktioniert", meinte der 24-Jährige in perfektem Englisch nach seinen Husarenstücken verschmitzt. Denn er schaffte im Stoßen nicht nur persönliche, sondern auch nationale Rekorde: Zunächst bewältigte er erstmals international 200 kg, dann sogar 206 kg. "Eigentlich habe ich mich vorher gar nicht so gut gefühlt", meinte der EM-Dritte von 2018, der bis zu seinem 15. Lebensjahr geturnt und da beste Voraussetzungen und Können mitbrachte, das er eben teilweise noch immer beherrscht. Längst gilt sein Fokus aber der Hantel, sein Fernziel ist wie bei seinen Gefährten klar auf Olympia 2020 fokussiert.

Die Letten weilten in diesem Jahr bereits zu einem intensiven Lehrgang in Antalya. "Nach dem umfangreichen Training war das ein sehr guter Testwettkampf für uns", wertete Trainer Eduards Andruškevics, der mit zwei seiner Schützlinge auch in zwei Wochen gegen den Berliner TSC dabei sein wird. Für die Chemnitzer ein Segen, denn die Besetzungsprobleme hatten sich durch den kurzfristigen Ausfall von Philip Kudzik (Knieprobleme) noch verstärkt. Zudem wirkt sich negativ aus, dass die Kaderathleten wie Kapitän Kurt Perthel, der 2019 die U-23-EM anvisiert, erst mit dem Neuaufbau begonnen haben.

Denn die Hauptstädter sind Hauptkonkurrenten im Kampf um den zweiten Tabellenplatz in der Vorrundengruppe B. Am Sonnabend landeten sie beim Athletenteam Vogtland (Atlas Plauen; TSG Rodewisch) einen weiteren klaren Erfolg (649:508,6). In Rodewisch konnten die Gastgeber endlich einmal in Bestbesetzung antreten. "Sicher waren wir nur Außenseiter. Alle haben sich bemüht, aber es lief nicht so richtig nach Wunsch", resümierte Teamchef Bernd Schmiedel ein wenig traurig. Denn die Zuschauerresonanz und auch das gesamte Flair waren so stimmig wie lange nicht bei einem Duell im Vogtland. Der frühe Saisonzeitpunkt machte sich jedoch gleichfalls bei den Resultaten bemerkbar. Außerdem kam vor allem der Tscheche Petr Petrov nicht annähernd an sein gewohntes Leistungsvermögen heran. "Er hat nach der WM eine längere Pause eingelegt. Außerdem plagen ihn muskuläre Probleme, sodass er auch vorsichtig agierte", berichtete Bernd Schmiedel.

Petrov steuerte dennoch die meisten Zähler (107) bei, gefolgt von seiner Freundin Eliska Pudivitrova (102) sowie Edgar Jerke (100), der mit sechs Gültigen erneut seine Zuverlässigkeit unter Beweis stellte.

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