Aufholjagd scheitert: Aue verliert durch Gegentreffer in der 90.

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Der Trainer ist weg, die Sorgen bleiben. Mit 2:3 (0:2) unterlag der FC Erzgebirge am Freitagabend bei Jahn Regensburg. Die Auer sind auch nach acht Spieltagen Schlusslicht der 2. Liga.

Regensburg.

Vier Schlagworte für die Partie hatte Aues Interimstrainer Marc Hensel vorab benannt: Zusammenhalt, Konzentration, Männlichkeit und Zielstrebigkeit Richtung Tor. Zumindest mit der Konzentration war es bei seinen Profis aber nicht so weit her. Bevor die Partie für die Veilchen richtig begann, war sie fast schon verloren.

Rein personell änderte Hensel im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Paderborn nicht so viel, tauschte nur auf zwei Positionen. Dimitrij Nazarov und Anthony Barylla rutschten wieder in die Startelf, die zuletzt verpflichteten Antonio Mance und Nikola Trujic rotierten auf die Ersatzbank. Florian Ballas, der sich einer Knieoperation unterziehen muss, fehlte genau wie der seit letztem Sonntag verletzte Philipp Riese und Omar Sijaric, der sich gegen Paderborn einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte, im Kader.

Die Erzgebirger hatten sich gewiss viel vorgenommen. Doch als sie durch Nazarov ihren ersten eigenen Schuss aufs Tor verzeichneten (14.), waren sie schon mit zwei Toren im Hintertreffen. Gleich der erste Angriff der Hausherren führte zum 1:0. Ein Pass in die Tiefe von Max Besuschkow hebelte die Auer Hintermannschaft aus, Jan-Niklas Beste hatte freie Bahn und überwand Martin Männel (7.). Nach zwei weiteren Jahn-Chancen durch Scott Kennedy (Kopfball knapp am linken Pfosten vorbei/9.) und Konrad Faber (Schuss ins Außennetz/10.) holte Martin Männel nach elf Spielminuten das Leder schon zum zweiten Mal aus seinem Netz. Der Kapitän selbst hatte sich bei einem Eckball grob verschätzt. Der Ball segelte über den FCE-Torwart zum langen Pfosten, wo Besuschkow unbedrängt einköpfen konnte. Da verstummten die Gesänge der etwa 600 Gästefans unter den 8127 Zuschauern im Regensburger Stadion.

Kurz danach sangen sie wieder. "Wir wollen euch kämpfen sehen!", schallte es aus dem Auer Block. Das machten die Spieler in Lila, kamen durch Babacar Gueye, der an SSV-Keeper Alexander Meyer scheiterte (22.), zu einer dicken Chance auf den Anschluss. Rein spielerisch hatten sie den Oberpfälzern aber wenig entgegenzusetzen. Die holten sich den Ball oft schon in der Auer Hälfte zurück, hatten ohne großen Stress alles unter Kontrolle.

So sollte es nicht weitergehen, Hensel tauschte in der Pause Personal. Mit drei neuen Gesichtern auf dem Platz begann der FCE die zweite Hälfte. Dirk Carlson, Sascha Härtel und auch Nazarov blieben draußen, Gaetan Bussmann, Nicolas Kühn und Antonio Jonjic kamen rein. Und einer der Joker brachte die Hoffnung zurück. Nachdem Gueye die Regensburger Innenverteidigung mit einem feinen Hackentrick ausgetrickst hatte, schoss der 21-Jährige trocken zum 1:2 ein (52.) - das erste Saisontor der Leihgabe vom FC Bayern.

Plötzlich war der Tabellenletzte das tonangebende Team, wurde sicherer im Aufbau, hatte mehr Ballbesitz. Der Favorit begann zu wackeln, war nun vornehmlich darauf bedacht, das Ergebnis über die Zeit zu retten. Diese Passivität wurde bestraft, die Steigerung der Auer in der zweiten Halbzeit doch noch belohnt. Denn auch ein zweiter Joker stach: Bussmann köpfte einen Eckball von Clemens Fandrich kraftvoll zum 2:2 in die Maschen (87.).

Leider war das Spiel aus Gästesicht noch nicht zu Ende, Regensburg schlug in der turbulenten Schlussphase noch einmal zurück. Nach einem Durcheinander im FCE-Strafraum machte Andreas Albers sein Premierentor für Jahn (90.). Mit gesenkten Köpfen gingen die Auer wenig später vom Platz. Ohne Punkte. Aber mit der Erkenntnis, dass sie in dieser Liga durchaus mithalten können.

Statistik

Jahn Regensburg: Meyer - Faber (78. Saller), Breitkreuz, Kennedy (43. Elvedi), Wekesser - Gimber (V), Besuschkow - Beste (V/87. Makridis), Boukhalfa (78. Caliskaner), Singh (87. Guwara) - Albers.

Erzgebirge Aue: Männel - Barylla (V) , Gonther, Carlson (46. Bussmann), Härtel (46. Kühn) - Strauß, Fandrich (V), Messeguem (V), Zolinski (79. Mance) - Nazarov (V/46. Jonjic), Gueye

SR.: Brych (München).

Zu.: 8127.

Tore: 1:0 Beste (7.), 2:0 Besuschkow (11.), 2:1 Kühn (52.), 2:2 Bussmann (87.), 3:2 Albers (90.)

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