Augsburg mischt DEL auf: Panther wollen «neues Kapitel»

Mit Augsburg hatte in dieser DEL-Saison kaum jemand gerechnet. Als Hauptrunden-Dritter waren die Panther so stark wie nie - und haben vor dem Playoff-Auftakt gegen Düsseldorf noch lange nicht genug. Trainer Mike Stewart rückt in den Fokus.

Augburg (dpa) - Mannheim? Klar. München? Sowieso. Aber Augsburg? Vor Beginn der Viertelfinals in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) reiben sich einige mit Blick auf das Tableau immer noch die Augen.

Hinter den zwei Liga-Schwergewichten stürmten die unscheinbaren Schwaben nach ihrer besten Hauptrunde als drittplatziertes Team in die Playoffs. «Wir sind gut gerüstet, da kann kommen, wer mag», hatte Augsburgs Shootingstar Simon Sezemsky jüngst in der «Eishockey News» betont. Das Überraschungsteam der Liga ist noch längst nicht satt.

Dass es in der K.o.-Phase gleich gegen Angstgegner Düsseldorfer EG geht, der Augsburg in dieser Saison bislang in allen vier Partien bezwang, dämpft die Euphorie nicht. «Es ist an der Zeit, dass wir in den Playoffs ein neues Kapitel mit der DEG aufschlagen», sagte Sportmanager Duanne Moeser der «Augsburger Allgemeinen» vor Spiel eins der Best-of-Seven-Serie am Dienstag (19.30 Uhr/Magenta Sport).

Längst ist ganz Augsburg im Eishockey-Fieber. Mit 5481 Zuschauern im Schnitt strömten so viele Anhänger ins Curt-Frenzel-Stadion wie noch nie, auch etliche Bundesliga-Fußballer des FC Augsburg drückten ihren Kufen-Kollegen regelmäßig vor Ort die Daumen. Das half: Als Dritte feierten die Fuggerstädter ihre höchste Platzierung in der Historie der DEL, nur die Adler Mannheim und Serienchampion Red Bull München reihten sich davor ein. In Augsburg träumen einige vom ganz großen Coup, ähnlich dem sensationellen Final-Einzug 2010. Die Tickets für die Spiele gegen die DEG waren innerhalb von Minuten verkauft.

Mit dieser Leistungsexplosion konnte kaum jemand rechnen in Augsburg, zumal die Truppe die vorige Saison noch auf dem enttäuschenden zwölften Platz und damit außerhalb der Playoff-Zone beendet hatte. Nun winkt den Panthern die Teilnahme an der Champions Hockey League - selbst wenn Mannheim oder München Meister werden, sind sie allein dank ihres Vorrundenabschneidens schon dabei.

Es gibt einige Gründe für den Aufschwung. Da wäre Coach Mike Stewart. Der Kanadier kam 2015 nach Bayern und führte das Team nach einer holprigen ersten Saison im zweiten Jahr gleich auf Platz sechs - das war damals schon Clubrekord. Dann folgte zwar der nächste Dämpfer, aber weil Stewart seine Truppe vor diesem Winter vor allem in der Defensive stabilisierte, gelang eine derart erstaunliche Saison.

Der Preis des Erfolgs: Stewarts Vertrag läuft aus, längst wurden - deutlich finanzkräftigere - Vereine bei der Trainersuche auf ihn aufmerksam. Und da gibt es einige, etwa Berlin, Köln oder Nürnberg. Während der Playoffs will Stewart kein Update zur Zukunft geben.

Auf dem Eis konnten die Panther die Weggänge von Leistungsträgern wie Stürmer Trevor Parkes (München) kompensieren. Der dreimalige deutsche Meister Christoph Ullmann brachte aus Mannheim viel Erfahrung mit, Drew Leblanc überragte als Taktgeber in der Offensive. In der Abwehr startete der 25-jährige Sezemsky neben den Haudegen Braden Lamb und Kapitän Steffen Tölzer durch. Und anders als in vorigen Jahren blieben die lauffreudigen Panther vor Verletzungen verschont.

«Sie sind Dritte geworden, das ist schon sehr stark», lobte Philip Gogulla von Viertelfinal-Gegner Düsseldorf. Der zum «Stürmer des Jahres» in der DEL gewählte Ex-Nationalspieler rechnet mit einem «Duell auf Augenhöhe», wie er am Wochenende sagte. Um die giftigen Augsburger auszuschalten, muss die DEG mindestens einmal auswärts gewinnen. «Aber das wird sehr, sehr schwer», meinte Gogulla.

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