Bickels "Tor des Monats" aus 47 Metern

Der Kunstschütze des Chemnitzer FC wird in der ARD-Sportschau für seinen Traumtreffer gegen den Berliner AK ausgezeichnet. Nach der Sendung stand sein Telefon kaum noch still.

Chemnitz.

Christian Bickel gehörte am Samstagabend zu den rund fünf Millionen Zuschauern der ARD-Sportschau. Der Spannungspegel dürfte beim Profi des Chemnitzer FC wohl mit am höchsten im TV-Publikum gewesen sein. Schließlich stand er mit zur Auswahl für das "Tor des Monats". Jener Auszeichnung also, die der 29-Jährige schon als Kind mit seinem Vater auf dem heimischen Sofa jedes Mal mit etwas Sehnsucht verfolgt hatte. "Einen solchen Treffer erzielt man ja nicht alle Tage. Ich habe mir schon als Kind gewünscht, später einmal bei der Wahl zum Tor des Monats dabei zu sein", erklärte der gebürtige Thüringer und fügte an: "Dass es jetzt sogar zum Sieg gereicht hat, macht mich glücklich. Ich möchte mich bei allen bedanken, die in den vergangenen Wochen für mich und mein Tor abgestimmt haben."

Christian Bickel saß am Samstagabend selbst mit seiner Frau in seiner Zwickauer Wohnung vor dem Fernseher, auch seine Söhne Ansgar (4) und Kolja (2) durften ausnahmsweise länger aufbleiben. So sah die junge Familie noch einmal jenes sagenhafte Tor, das dem Papa am 3. Oktober beim 4:2-Sieg in der Regionalliga Nordost gegen den Berliner AK gelungen war. Aus 47,32 Metern, wie später vermessen wurde, zirkelte der Offensivmann des CFC das Leder in die Maschen. Über Freund und Feind hinweg segelte der Ball ins Tor. "In der heutigen Zeit spielen die Torhüter ja viel mehr mit als früher. Unser Torwarttrainer hatte vor der Partie noch darauf hingewiesen, dass der Keeper vom BAK dies extrem macht", erklärte Bickel im Gespräch mit "Freie Presse": "Ich habe noch kurz aufgeschaut und gedacht, ich probiere mein Glück." Nach der Sendung bimmelte sein Handy unaufhörlich. "Viele ehemalige Spieler, von denen ich gar nicht dachte, dass sie noch meine Nummer haben, haben sich gemeldet."

Die richtige Entscheidung. Ganz knapp setzte sich der himmelblaue Kicker mit 24,63 Prozent der abgegebenen Stimmen vor RB Leipzigs Stürmer Yussuf Poulsen (24,41) durch. Er selbst habe - so versicherte der Profi - keine Dauerschleife von seinem Telefon auf die ARD-Hotline geschaltet. Dafür stimmten neben vielen CFC-Fans natürlich auch die Familie ab. Eine Stimme wird nur zugelassen. Jeder muss seine Kontaktdaten angeben, nimmt so auch am Gewinnspiel teil. Dass seine Frau den zur Wahl stehenden Caravan noch gewonnen hätte, wäre dann aber wohl zuviel des Guten gewesen. "Ja das stimmt, aber gut gebrauchen hätten wir ihn trotzdem können", sagte Bickel und lachte.

Das Tor reiht sich ein die Liste wichtiger Treffer, die er mit seinem ersten Profitor, damals mit Cottbus in der 2. Liga gegen Sandhausen und dem Tor im DFB-Pokal gegen Hoffenheim in dieser Spielzeit benennt. In jedem Fall sorgt das "Tor des Monats" für einen Motivationsschub, wenn dann mal wieder in der Regionalliga gespielt wird. Bis Jahresende findet coronabedingt beim CFC nur Training auf Sparflamme statt. Danach sollen weitere Traumtore folgen. Bickel ist nicht der erste Schütze der Region, der in der ARD zu Ehren kam. Bernd Tipold (FSV Zwickau) gelang 1994 mit einem Freistoß aus 40 Metern das "Tor des Monats", Aues Frank Berger freute sich 2003 über die Auszeichnung, Marcel Schlosser, der einen direkten Freistoß für den CFC in den Kasten gezirkelt hatte, 2007.

Das Tor des Monats von CFC-Spieler Christian Bickel: www.freiepresse.de/traumtor

 

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