Bundestrainer zur Weitenmessung: "Bandmaß wäre mir lieber"

Das aktuelle Messsystem lieferte oft falsche Ergebnisse

Uwe Florczak, Leitender Bundestrainer für den Bereich Sprung, hat nach dem Chaos bei der Weitenmessung im Weitsprung der Männer die Rückkehr zu längst ausgemusterten Methoden ins Spiel gebracht. "Ganz ehrlich, ein einfaches Bandmaß wäre mir lieber", sagte er der Tageszeitung Die Welt: "Aber zumindest das Stecken des Abdrucks wie beim Speerwurf oder Diskus wäre schon ein Fortschritt."

Das bei der Leichtathletik-EM in Berlin eingesetzte Messsystem über Videotechnik, das von einem Kampfrichter bedient wird, hatte mehrfach falsche Ergebnisse geliefert. Auch ein Sprung von Vize-Europameister Fabian Heinle (Stuttgart) war fehlerhaft gemessen worden, der erfolgreiche Protest änderte aber letztlich nichts an der Rangfolge. "Es wurden in einigen Fällen einfach Schatten gemessen und nicht der wirkliche Abdruck. Da spricht man von klassischem menschlichen Versagen", sagte Florczak.

Dass es im Finale so viele Probleme gegeben hatte, sei "fatal" und "ein unsäglicher Zustand", sagte Florczak: "Wir sind ohnehin misstrauisch. Schon zuletzt bei den Meetings in Zürich und London gab es bei der Messung Ungereimtheiten."

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