Cacutaluas Kopfball löst die Bremse

Der FC Erzgebirge Aue ist gut aus der drei Wochen langen Spielpause gekommen, behielt am Sonntag im Zweitligamatch gegen den 1. FC Heidenheim mit 2:1 die Oberhand. Das lag vor allem an einem Jubilar.

Aue.

Viel Einsatz, viel Kampf und ein bisschen Glück: Der FC Erzgebirge Aue hat sich am Sonntag mit 2:1 (0:0) gegen Angstgegner 1. FC Heidenheim durchgesetzt und kletterte damit in der Tabelle erst einmal auf Rang drei. Malcolm Cacutalua per Kopf (54.) und Pascal Testroet (79.) trafen vor coronabedingt nur 500 Zuschauern im Erzgebirgsstadion für Aue. Tobias Mohr gelang per Foulelfmeter in der 87. Minute der Anschlusstreffer für die Gäste.

Danach ging es nur noch fünf Minuten weiter - zu wenig Zeit für die Gäste, um doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Das wäre - betrachtet man die kompletten 90 Minuten - durchaus verdient gewesen. Nach zehn Minuten FCE-Druck zu Beginn übernahmen die Gäste die Kontrolle, hatten mehr Struktur im Spiel und auch in den von beiden Seiten bissig geführten Zweikämpfen leicht die Nase vorn. Und sie kamen zu Chancen. 25-mal schossen die Schwaben aufs oder zumindest in die Richtung des Auer Tores.

Doch dort stand Martin Männel. Der Torwart erwischte in seinem 400. Pflichtspiel für die Veilchen einen Sahnetag, verhinderte mehrfach in höchster Not einen Rückstand - so gleich mehrfach gegen Kühlwetter (12., 24., 32. und 44.) wie auch gegen den von Dynamo Dresden an die Brenz gewechselten Patrick Schmidt.

Viele gute Impulse im Spiel des FCH kamen vom pfeilschnellen Robert Leipertz, den die Hausherren nur schwer in den Griff bekamen. Die beste Gelegenheit für die Erzgebirger vor der Pause hatte Florian Krüger, der von Pascal Testroet bedient an der Strafraumgrenze frei zum Schuss kam, aber an Torwart Kevin Müller scheiterte.

Das ging nach dem Seitenwechsel erst einmal so weiter: Kerschbaumer prüfte Männel (46.), Kerschbaumer setzte die Kugel rechts neben den FCE-Kasten (48.). Auf der anderen Seite kam Ben Zolinski bei seinem FCE-Startelfdebüt nach Testroets feinem Zuspiel zu einer Chance, sein Schuss wurde aber von Theuerkauf abgeblockt (50).

Und dann war der Ball auf einmal drin. Ein Standard brachte die Hausherren in Führung, Rieses perfekte Freistoßflanke von der linken Seite fand Malcolm Cacutalua, der zum 1:0 traf. Schön, wie sich der kurz vor der Halbzeit eingewechselte Verteidiger in die Luft schraubte und sauber einköpfte. Keeper Müller hatte da keine Abwehrchance (54.).

Mit dem Tor war die Heidenheimer Souveränität erst einmal weg. Nun ließ sich die Mannschaft von Trainer Bernhard Raab, der seien erkrankten Chef Frank Schmidt in Aue vertrat, von der Robustheit und Giftigkeit der Erzgebirger doch beeindrucken. Die Chancen wurden weniger und auch weniger zwingend. Doch es gab sie noch: Männel musste noch einmal gegen Leipertz klären (62.), dann spitzelte Ballas dem FCH-Angreifer den Ball in letzter Sekunde vom Fuß (74). Doch weil an diesem Sonntag für den FC Erzgebirge alles passte, fiel nicht das 1:1, sondern das 2:0. Nach einem langen Abschlag von Männel misslang Patrick Mainka der zur Abwehr gedachte Kopfball - er ging im wahrsten Sinn des Wortes nach hinten los. In den Ball sprintete Pascal Testroet, der Müller mit einem Schuss durch die Beine überwand (79.). Damit war der Nachmittag eigentlich gelaufen. Eigentlich. Denn ein Elfmeterpfiff des insgesamt sehr guten und souveränen Schiedsrichters Benjamin Brand machte die Sache noch einmal spannend: Cacutalua hatte Schimmer bei einem Abwehrversuch mit seinem zu hohem Bein leicht am Kopf getroffen. Den Strafstoß verwandelte Tobias Mohr mit links. Neben dem rechten Pfosten schlug es ein, Männel war zur anderen Seite geflogen (86.).

Die letzten Zitterminuten überstand der FCE schadlos. "Einige meiner Spieler sind am Ende auf dem Zahnfleisch gegangen, weil uns Heidenheim alles abverlangt hat. Es war ein intensives und wildes Spiel, in dem sich beide Seiten nichts geschenkt haben und wir am Ende die glücklichere Mannschaft waren", sagte FCE-Trainer Dirk Schuster nach dem Abpfiff. Mit sieben Punkten auf dem Konto und einem guten Gefühl fahren die Auer nun zur Nachholpartie am Mittwoch (18.30 Uhr) beim Hamburger SV. Zumindest auf dem Papier ein Spitzenspiel.

Statistik Aue: Männel - Gonther, Samson, Ballas - Riese, Gnjatic (46. Fandrich) - Strauß (V), Zolinski (66. Hochscheidt), Rizzuto (45. Cacutalua) - Krüger (85. Baumgart), Testroet (85. Zulechner). Heidenheim: Müller - Sessa (81. Mohr), Mainka (V), Theuerkauf (V), Föhrenbach - Leipertz, Geipl, Schöppner (81. Otto), Kerschbaumer (68. Schimmer) - Kühlwetter (68. Schnatterer), Schmidt (60. Pick)

SR: Brand (Gerolzhofen). Zu.: 500. Tore: 1:0 Cacutalua (54.), 2:0 Testroet (79.), 2:1 Mohr (87./Foulelfmeter)

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.