Chance auf Titel und für den Nachwuchs

In der Turn-Bundesliga der Damen gehen die Vereine von Chemnitz und Karlsruhe erstmals gemeinsam mit zwei Teams an den Start.

Chemnitz.

Die Meldung hatte zunächst für Unruhe gesorgt. Denn sie erweckte auf den ersten Blick den Anschein, dass Chemnitz seine drei besten Turnerinnen an einen Verein in Karlsruhe verliert. Doch dem ist nicht so. Die Olympiastarterinnen Sophie Scheder und Pauline Schäfer sowie Juniorenmeisterin Helene Schäfer bleiben für alle Einzelwettkämpfe dem TuS Altendorf erhalten. Nur in der Bundesliga, die am 20. Mai beginnt, wird es eine Veränderung geben. Das Trio tritt mit den Gerätkünstlerinnen der TG Karlsruhe-Söllingen, zu denen gleichfalls Auswahlturnerinnen gehören, in einer Mannschaft an. Diese Möglichkeit lassen die Statuten zu.

"Wir Trainer hatten diese Idee schon länger. Der MTV Stuttgart, der ganz andere finanzielle Möglichkeiten besitzt, dominiert mit mehreren Assen seit Jahren die Meisterschaft, holt Ausländerinnen. Mit einem schlagkräftigen Team wollen wir nun stärker Paroli bieten, das Finale spannender machen", begründete TuS-Trainerin Gabi Frehse. Gleichzeitig wird Chemnitz seine Mannschaft weiterhin ins Rennen schicken, in dieser nun dem Nachwuchs verstärkt eine Chance geben. Zum Aufgebot gehören wiederum zwei Talente aus Karlsruhe und wie bisher die Hallenserin Nadja Schulze.

"Um vorn mitzumischen, war es zuletzt notwendig, mit einer Ausländerin anzutreten. Doch diese Ausgaben investieren wir lieber in die Arbeit am Stützpunkt. Denn unsere Hauptaufgabe ist es, Turnerinnen für die Nationalmannschaft zu entwickeln", stellt Gabi Frehse klar. Dabei ist es generell schwierig, ohne einen Hauptsponsor das Budget von rund 15.000 Euro für eine Bundesligasaison zu stemmen. Von der Sparkasse kommt Unterstützung, aber ansonsten ist Eigeninitiative gefragt, um notwendige Kosten für Startgelder, Fahrten oder Übernachtungen abzusichern. In den vergangene Jahren halfen beispielsweise der Verkauf von eigens kreierten Kalendern oder Überschüsse von selbst organisierten Top-Veranstaltungen wie dem Länderkampf 2016.

"Geld ist auch überhaupt keine Motivation für den Wechsel. Karlsruhe, zuletzt Zweiter, und wir als Dritter besitzen etwa das gleiche Preisgefüge. Einer Turnerin können wir gerade mal 50 Euro pro Gerät geben", verdeutlicht die 56-Jährige. Als einen weiteren Grund für die Veränderung nennt sie zudem den neuen Modus der Bundesliga ab 2018. Dann soll wie bei den Herren dass Score-System (direkte Duelle der Turner) auch bei den Damen eingeführt werden. Abgesehen von höheren Ausgaben wäre das für den Nachwuchs und damit auch dem Hauptanliegen des Vereins nicht förderlich. "Es hat viel mit Taktik zu tun. Das kann man mit gestandenen Männern machen, aber nicht mit jungen Mädchen", meint Gabi Frehse. Deshalb hat der Vorstand des Vereins beschlossen, sich dann aus der Bundesliga ganz zurückzuziehen. Somit wäre ein Meistertitel die beste Krönung zum Abschluss.

Übrigens: Bei den Männern sind diese Gaststarts seit Langem üblich. So verstärken die Chemnitzer Aushängeschilder Andreas Brettschneider und Ivan Rittschik den KTV Straubenhardt, Trainingsgefährten turnen für den TSV Monheim.

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