Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Budapest

Sebastian Vettel musste sich mit Platz zwei begnügen

SEBASTIAN VETTEL: Wieder war es nichts mit einem erwarteten Sieg für den Ferrari-Star. In Deutschland war der viermalige Weltmeister selbst schuld, in Ungarn waren der Regen im Qualifying und kleine Fehler seiner Crew im Rennen verantwortlich. Unter dem Strich macht das zur Sommerpause einen Rückstand von 24 Punkten in der WM auf Weltmeister Lewis Hamilton. Ferrari schöpft sein Potenzial nicht komplett aus, das sollte Vettel und dem Team zu denken geben - auch wenn der Heppenheimer von einem gewonnenen zweiten Platz sprach, was in der Summe der Ereignisse nicht ganz falsch ist.

LEWIS HAMILTON: Am Donnerstag sprach der Weltmeister vom wohl schwersten Rennen der Saison für sein Mercedes-Team, am Sonntag hielt der Brite den Siegerpokal in Händen. Natürlich kamen die Umstände den Silberpfeilen zupass, doch Hamilton ist extrem hungrig und lässt seit Wochen kaum Punkte liegen. Sein Auto hat noch ein bisschen Luft nach oben, der Champion ist aber schon in Titelform.

VALTTERI BOTTAS:
 Bis zur Selbstaufgabe verteidigte der Finne seinen zweiten Platz gegen Vettel. Nicht nur für sich, sondern auch für das Team und damit seinen Stallkollegen Hamilton. Erst als die Reifen einbrachen, musste der Finne den Ferrari-Star ziehen lassen. Sein Boss Toto Wolff bezeichnete Bottas nach Platz fünf als "perfekten Wingman". Der zeigte sich über diese Aussage geknickt. Das spricht für Bottas' Ehrgeiz, für den Gewinn beider Titel wird er sich allerdings mit der Rolle als Nummer-zwei-Fahrer arrangieren müssen.

DANIEL RICCIARDO: Der Aufholjäger des Rennens. Von Startplatz zwölf kämpfte sich der Australier mit spektakulären Überholmanövern in Serie bis auf Rang vier nach vorne. Und das auf einem Kurs, auf dem man kaum überholen kann. Wehmütig darf der Red-Bull-Pilot dennoch sein: Mit einem besseren Qualifying wäre weit mehr möglich gewesen.

MAX VERSTAPPEN: Richtig wütend war der Niederländer im zweiten Red Bull. Nachdem sein Bolide früh im Rennen den Dienst quittierte, pestete er über mangelnden Speed und fehlende Zuverlässigkeit. Der 20-Jährige wähnt sich nach starken vorherigen Rennen wieder in der Position zum Austeilen. Allerdings täte ihm mehr Demut gut. Bei fünf Fehlern in den ersten sechs Saisonrennen stellte sich das Team stets vor ihn.

PIERRE GASLY: Im Schatten der Superstars lieferte der Franzose vom kleinen Toro-Rosso-Team ein Wochenende nahe der Perfektion ab. Seinen sechsten Startplatz mochte man noch auf den Regen im Qualifying zurückführen. Dass Gasly diese Position im Rennen aber erfolgreich verteidigte, spricht für die Klasse des 22-Jährigen. Im Hype um Rookie Charles Leclerc, nach seinem Aus am Sonntag zum dritten Mal ohne Punkte, geht der Name des Franzosen zu Unrecht ein wenig unter.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Es scheint, als hätte der Regengott einen Mercedes in seiner Garage. Aber wir können ihm sicher ein besseres Auto besorgen." (Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, nachdem Mercedes im Rennen von Hockenheim und im Qualifying von Ungarn massiv von Regen profitierte.)

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