So sieht die Zukunft aus: Mit dem neuen Reglement ist auch Audi in der Formel 1 dabei.
So sieht die Zukunft aus: Mit dem neuen Reglement ist auch Audi in der Formel 1 dabei. Bild: Soeren Stache/dpa
Formel 1
Das ist 2026 alles neu in der Formel 1

Aus Sauber wird Audi. In Cadillac gibt es ein elftes Formel-1-Team. Und dann wurden die Autos generalüberholt. Die Formel 1 verpasst sich ein neues Aussehen - sogar mit Warnlichtern.

Barcelona.

Die Formel 1 hat sich dem größten Reglementeinschnitt ihrer jüngeren Grand-Prix-Geschichte unterzogen. 2026 markiert eine Zäsur in der Königsklasse des Motorsports. Einen Vorgeschmack auf die neue Ära erhalten die Teams ab Montag, wenn sie unter Ausschluss der Medien in Barcelona auf dem Asphalt erstmals testen. Ein Überblick.

Wozu eigentlich die neuen Regeln?

Die Formel 1 bezeichnet sich selbst gerne als Gipfel des Motorsports. Und als solcher ist sie neben herausragenden Team- und Fahrerleistungen vor allem von Technologie getrieben. Die Formel 1 ist ein Testfeld für Innovationen, die ihren Weg auf die Straße finden sollen. Nur so kann die Motorsportkönigsklasse für die Autoindustrie wichtig bleiben. Das bisherige Reglement galt auch als ausgeschöpft, die Formel 1 stand sportlich an einer Stagnationsschwelle - selbst wenn es in Lando Norris (McLaren) einen neuen Weltmeister gab. 

Und was ist jetzt konkret neu?

Die Autos. Die Motoren. Die Aerodynamik. Die neue Rennwagengeneration ist 30 Kilogramm leichter, das minimale Gesamtgewicht inklusive Reifen sinkt auf 768 Kilogramm. Außerdem steuern der viermalige Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) und seine Rivalen Autos um die Kurven, die 20 Zentimeter kürzer (Radstand von 3,6 Meter auf 3,4 Meter) und 10 Zentimeter schmaler (von 2,0 Meter auf 1,9 Meter) sind.

Die 1,6-Liter-V6-Turbomotoren bleiben. Sie brachten bislang rund 1000 PS Leistung, verteilt auf 800 PS vom Verbrennungsmotor und 200 PS vom Hybridsystem. Künftig liefert die Batterie aber sogar fast 50 Prozent der gesamten Leistung. Das Hybrid-Hilfsmittel MGU-H, das Abgaswärme zurückgewann, gehört der Vergangenheit an. Angetrieben werden die Verbrennungsmotoren vollständig von synthetischem Kraftstoff.

Die Aerodynamik ändert sich ebenfalls grundlegend. Die bislang speziell geformten Unterböden werden wieder flach. Der sogenannte Bodeneffekt, der die Autos auf den Asphalt prallen ließ, verschwindet. Die Überholhilfe DRS hat in ihrer bisherigen Form ausgedient. An ihre Stelle tritt der sogenannte Overtake-Mode. Nähert sich ein Pilot innerhalb einer Sekunde an einen vorausfahrenden Konkurrenten an, kann zum Überholen durch Drücken eines entsprechenden Knopfs kurzzeitig mehr elektrische Leistung abgerufen werden.

Das Thema Sicherheit fuhr bei allen Änderungen immer mit. Der Überrollbügel wurde deutlich widerstandsfähiger konzipiert. Im Fall eines Überschlags kann er 23 Prozent mehr Last aushalten - das soll offiziellen Angaben zufolge dem Gewicht von neun Familienkutschen entsprechen. Neu sind auch Warnlichter in den Außenspiegeln der Autos. Sie sollen frühzeitig auf eine Gefahrenstelle aufmerksam machen.

Haben die neuen Regeln auch neue Teams angezogen?

Oh ja, künftig gibt es sogar elf Teams in der Formel 1. General-Motors-Tochter Cadillac wagt den Einstieg. Die US-Amerikaner, die als Neuling erst nach langem Streit um eine Ausgleichszahlung an die Konkurrenz den Zuschlag erhielten, bauen ihr eigenes Chassis. Die Motoren und technisches Knowhow beziehen sie aber erstmal von Ferrari. Ab 2029 will Cadillac mit einem eigenen Triebwerk starten.

Audi ist da schon weiter. Die Volkswagen-Tochter hat den Schweizer Sauber-Rennstall übernommen und tritt nun als Werksteam an. Der Deutsche Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto aus Brasilien sollen als Fahrer helfen, dass Audi ab 2030 um die WM kämpft. Das Chassis kommt dabei aus Hinwil, der Motor aus Neuburg an der Donau. Die Einführung neuer Regeln sah man bei Audi zusammen mit dem etablierten Kostendeckel als passenden Zeitpunkt an, das milliardenschwere Formel-1-Risiko einzugehen.

Rekordweltmeister und amtierender Champion: Lewis Hamilton und Lando Norris (r). (Archivbild)
Rekordweltmeister und amtierender Champion: Lewis Hamilton und Lando Norris (r). (Archivbild) Bild: Fatima Shbair/AP/dpa

Haben die neuen Regeln Einfluss auf das Testpensum?

Bevor es am 8. März beim Grand Prix von Australien in Melbourne richtig ernst wird, testen die Rennställe sogar bei drei Gelegenheiten. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya finden vom 26. bis zum 30. Januar von den Teams privat organisierte Tests unter Ausschluss der Medien statt. Gefahren werden darf aber nur an drei von fünf Tagen. In der Wüste von Bahrain wird dann noch vom 11. bis zum 13. sowie vom 18. bis zum 20. Februar getestet. Dann werden die Autos in ihre Einzelteile zerlegt, verpackt und nach Australien verschifft.

Wird es einen neuen Weltmeister geben?

Jeder Regelwechsel in der Formel 1 beinhaltet immer die Chance, dass ein Rennstall die neuen Anforderungen cleverer und besser umsetzt als die Konkurrenz. Als 2014 die Hybrid-Ära anbrach, erwies sich Mercedes als großer Gewinner. Acht Konstrukteurstitel in Serie und sieben Fahrertitel nacheinander (sechs für Lewis Hamilton, einer für Nico Rosberg) waren der Lohn. Mercedes, Red Bull oder auch Ferrari würden von nun an nur zu gerne McLaren und Norris vom Thron stoßen.

"Es ist echt schwer vorauszusagen, wie es künftig sein wird", sagte Hamilton, der nach einer desaströsen ersten Saison mit Ferrari weiter seinen achten WM-Titel anpeilt. "Es fühlt sich so anders an, und ich bin mir nicht sicher, ob es jedem gefallen wird. Aber vielleicht werde ich auch überrascht." (dpa)

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