Das muss man zum Großen Preis von Japan wissen

Die Formel-1-Saison nähert sich dem Ende. In Japan könnte schon eine Titelentscheidung fallen. Ferrari ist bei der Schlichtung seines Fahrerzoffs gefordert.

Suzuka (dpa) - Sebastian Vettel und sein Ferrari-Stallrivale Charles Leclerc haben Formel-1-Beziehungsprobleme. Mit den Regieanweisungen vom Scuderia-Kommandostand tun sich die Top-Piloten schwer.

Beim Grand Prix von Japan in Suzuka am Sonntag (7.10 Uhr/RTL und Sky) wartet der nächste Stresstest.

Kommt es zwischen Vettel und Leclerc wieder zum Krach?

Sebastian Vettel hat in dieser Saison seinen Status als Nummer eins bei Ferrari nicht untermauern können. Dagegen sprechen im direkten Duell mit seinem Stallrivalen Charles Leclerc die Zahlen: Leclerc gewann zwei Grand Prix, Vettel nur einen; Leclerc raste sechsmal auf die Pole, Vettel nur einmal; mehr Punkte als Vettel hat Leclerc auch. «Wir haben zwei fantastische Fahrer», sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. Als Alpha-Tiere stören sich die beiden Piloten an der bisweilen unklaren Rollenverteilung. In Singapur schmollte Leclerc (21), in Russland reagierte dann Vettel (32) mit Unverständnis auf die Stallorder. Binotto entgleitet die Kontrolle über das Generationenduell.

Kann Lewis Hamilton schon in Japan die WM entscheiden?

Soweit ist es noch nicht. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (322 Punkte) steuert aber fünf Rennen vor dem Saisonfinale klar seinem sechsten WM-Titel entgegen. Der Engländer hat 73 Zähler mehr als der Zweite Valtteri Bottas (Mercedes) und 107 mehr als Leclerc auf Platz drei. Vettel als Fünfter der Fahrerwertung hat schon 128 Punkte Rückstand. Im Bestfall kann ein Pilot noch 130 Zähler (insgesamt 5 Bonuspunkte für die jeweils schnellste Rennrunde inklusive) einfahren. Vettel könnte also in Asien seine ohnehin nur noch theoretische Chance auf den WM-Titel gänzlich einbüßen.

Kann Mercedes schon in Suzuka die Konstrukteurs-WM gewinnen?

Mercedes liegt mit 571 Punkten bereits 162 Zähler vor Ferrari. Holen die Silberpfeile in Japan mindestens 14 Punkte mehr als der italienische Rivale, wäre der sechste Konstrukteurstitel nacheinander perfekt. Mercedes würde damit eine noch zu Michael Schumachers Ferrari-Zeit aufgestellte Serie (1999-2004) egalisieren. «Wir werden in Japan ein paar kleinere Upgrades am Auto haben, die uns hoffentlich dabei helfen, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Welche Rolle könnte das Wetter spielen?

Ein Taifun hat Kurs Richtung Nordosten genommen und könnte möglicherweise Änderungen am Zeitplan des Suzuka-Rennens erzwingen. Japans Wetterbehörde warnte für die kommenden Tage vor stürmischem Wetter und hohem Wellengang durch den inzwischen 19. Taifun der Saison. Regen und auch Sturm sind insgesamt keine Seltenheit beim Grand Prix in Suzuka. Zuletzt musste 2010 die Qualifikation wegen Dauerregens von Samstag auf den Rennsonntag verschoben werden.

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