Davis Cup: ITF-Delegierte stimmen Reformplänen zu

Die Delegierten der Mitgliederverbände haben auf der Jahrestagung des Tennis-Weltverbandes ITF die umstrittene Davis-Cup-Reform verabschiedet. Die von ITF-Präsident David Haggerty unterstützten Pläne zur Neustrukturierung des traditionsreichen Wettbewerbs erhielten in Orlando/Florida die notwendige Zweidrittelmehrheit. Der Widerstand der großen Tennisnationen Großbritannien, Australien und Deutschland reichte nicht aus.

"Für uns ist das Ergebnis eine herbe Enttäuschung, die uns erst einmal fassungslos macht", sagte Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB): "Wir sind bis zum Schluss davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Mitgliedsnationen vernünftig und mit Bedacht abstimmen würde. Wir haben stets betont, dass wir gewisse Anpassungen im Davis Cup für notwendig erachten – aber keine Reform, die den etablierten Wettbewerb abschafft." Auch Boris Becker war nicht begeistert. "Für die Entscheidung fehlen mir die Worte", twitterte der Head of Men's Tennis am späten Donnerstagabend.

Damit wird bereits 2019 in einem neuen Format um den 118 Jahre alten Davis Cup gespielt. Anstelle von vier über das gesamte Jahr verteilten Runden mit Heim- und Auswärtsspielen in der Weltgruppe spielen nun 18 Teams in einem einwöchigen Turnier in der zweiten November-Hälfte (18. bis 24.) um die Trophäe. Nach einer Vorrunde folgt eine Finalrunde im Knock-out-Format mit jeweils zwei Einzeln und einem Doppel über zwei Gewinnsätze. In einem Quali-Turnier im Februar sollen 16 Teilnehmer ermittelt werden, zwei weitere erhalten eine Wildcard.

Die ITF gibt in den kommenden Wochen bekannt, ob das Finalturnier in Lille oder Madrid gespielt wird. Haggerty versprach bereits "ein Festival des Tennis und der Unterhaltung, das für Spieler, Fans, Sponsoren und TV-Sender attraktiver ist". Der Amerikaner will mit seinem Team dafür sorgen, dass "die nächsten Generationen von Spielern in den nächsten Jahrzehnten von dieser historischen Entscheidung profitieren" kann.

Haggerty und seine Mitstreiter aus dem ITF-Board überzeugten die Verbände mit viel Geld von der Reform. "Die ITF ist die einzige Organisation, die Geld in die Entwicklung des Spiels steckt. Und dieses Projekt versetzt uns dazu in die Lage", sagte der Funktionär vor der Abstimmung. Für die Finanzierung soll die Investmentgruppe Kosmos sorgen, zu deren Gründern Spaniens ehemaliger Fußball-Weltmeister Gerard Pique gehört. Drei Milliarden Dollar für 25 Jahre sind versprochen, allerdings fehlt den Kritikern bei diesem Deal die Transparenz.

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