Den jüngeren Bruder voll auf der Rechnung

Nico und Denny Ihle vertreten die deutschen Farben bei der Premiere der Sprint-EM. Der kräfteraubende Vierkampf hat es in sich.

Chemnitz.

Bei einer Europameisterschaft im Sprint-Vierkampf waren Nico und Denny Ihle noch nie gemeinsam unterwegs. Das konnten die Geschwister auch nicht, weil es diesen Wettkampf bisher noch gar nicht gab. Bei der Premiere, die von Freitag bis zum Sonntag in der sanierten Thialf-Halle von Heerenveen über die Bühne geht, sind die beiden Eisschnellläufer von der Chemnitzer Skater-Gemeinschaft aber mit von der Partie, vertreten als Brüderpaar die deutschen Farben.

Zweimal 500 Meter sowie zweimal 1000 Meter stehen auf dem kräfteraubenden Programm. 24 Kufenflitzer streiten sich um das Podest und die Plätze, wobei das Podium für Denny Ihle außer Reichweite liegt. Für den explosiven 32-Jährigen, der seine Stärken auf den ersten 100 Metern hat, geht es darum, zwei gute 500-Meter-Läufe zu zeigen und auf der längeren Distanz möglichst wenig an Boden einzubüßen. "Vor allem über 500 Meter will ich in den Bereich der besten zehn kommen. In der Gesamtwertung ist das eher schwierig, da ich die 1000 Meter eher selten laufe", blickt Denny Ihle voraus.

Anders dagegen ist die Ausgangslage bei seinem ein Jahr jüngeren Bruder. Nico Ihle zeigte in dieser Saison bereits, dass er auf beiden Strecken stark ist. Beim Weltcup in Nagano gewann der Schützling von Klaus Ebert die 500 Meter und verpasste als Fünfter über die doppelte Distanz einen Medaillenplatz nur knapp. Im kasachischen Astana ließ er über 1000 Meter noch einmal einen bemerkenswerten vierten Rang folgen. "Das Ziel für Heerenveen ist ein Platz unter den Top 6", sagt der Lichtensteiner, der bei der letztjährigen Sprint-WM im Vierkampf Rang vier belegt hatte. Daran will Nico Ihle sich messen lassen, wobei er um die Schwere der Aufgabe weiß. "Bei der WM standen nur Europäer vor mir. Das macht die Sache bei der EM nicht einfacher."

Wichtig ist ein gutes erstes Rennen, um sich zu positionieren und Selbstvertrauen zu tanken - es ist aber nicht entscheidend. "Ganz vorn ist derjenige dabei, dem vier konstant gute Läufe gelingen", meint Nico Ihle. Der frischgebackene Deutsche Meister hofft ein bisschen darauf, dass den Spezialisten am zweiten Tag die Puste ausgeht. "Ich bin es gewohnt, bei jedem Weltcup dreimal zu laufen. Aber wenn ein 500-Meter-Mann insgesamt viermal in zwei Tagen antreten muss, dann lässt er schon Körner", blickt Nico Ihle voraus auf das Championat, das ursprünglich in Warschau stattfinden sollte. Als die polnische Hauptstadt absagte, sprang Heerenveen in die Bresche.

Nico Ihle kann gut damit leben. "In der Thialf, in der ich 1998 beim Viking Race zum ersten Mal starten durfte, ist es immer gut für mich gelaufen", erzählt der Familienvater, der im Vorjahr mit einigen Problemen zu kämpfen hatte. Diese sind nicht vergessen, aber verarbeitet. "Mit jedem guten Rennen wächst die Zuversicht. Ich bin gut drauf und fühle mich wirklich sehr wohl in meiner Rolle", meint der schnelle Sachse, den sein Bruder voll auf der Rechnung hat. "Nach seiner überzeugenden Leistungen bei der DM in Inzell traue ich Nico einen Podestplatz zu", sagt Denny Ihle.

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