Der Chemnitzer FC kann wieder gewinnen

Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC hat nach drei sieglosen Spielen in Folge drei Punkte eingefahren. Das Spiel stand nach den Ereignissen der vergangenen Tage unter besonderer Beobachtung.

Trainer David Bergner setzte in seiner Startelf erneut auf Joshua Mroß im Tor, Jakub Jakubov musste wie schon im Spiel beim Berliner AK auf die Bank. Zudem kehrte Daniel Frahn in die Startelf zurück. Der beste Stürmer der Chemnitzer war die letzten zwei Partien gesperrt, weil er im Spiel gegen Altglienicke mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" jubelte. Insgesamt sperrte ihn der Nordostdeutsche Fußballverband für vier Spiele, zwei davon spielt er auf Bewährung - so auch gegen Bautzen. Neu in der Startelf war Matti Langer, der zuletzt verletzt gefehlt hatte.

In der ersten Halbzeit sahen die 4333 Zuschauer kein hochklassiges Spiel, beide Teams hatten aber ihre Chancen. Mroß parierte nach drei Minuten einen Distanzschuss von Hoßmang, auf der anderen Seite traf Milde nur den Pfosten (20.). Die größte Chance für den CFC vergab Frahn nach 26 Minuten, als er allein vor dem Tor an Bautzens Keeper Schulz scheiterte.

In Halbzeit zwei spielten die Chemnitzer in Überzahl, Bautzens Ciapa hatte kurz vor Ende der ersten 45 Minuten die gelb-rote Karte gesehen. Die Gastgeber erhöhten sofort das Tempo und wurden nach 52 Minuten belohnt: Frahn traf zum umjubelten Führungstreffer für Chemnitz. Zehn Minuten später hätte das 2:0 fallen müssen, die Chemnitzer scheiterten aber frei vor dem Tor am Pfosten und am wiederum stark agierenden Bautzener Schlussmann. Auf der anderen Seite hatte Langr die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen er scheiterte an CFC-Keeper Mroß (78.). Garcia hätte zehn Minuten vor Schluss den Deckel drauf machen können, er zielte frei vor dem Tor, aber knapp an selbigem vorbei. Da Bautzen in der Folgezeit ohne echte Chance blieb, hatte der CFC wenig Mühe, den 20. Saisonsieg nach Hause zu bringen.

Die Chemnitzer mussten in den ersten zwölf Minuten ohne ihre treuesten Fans auskommen. Unter dem Motto "12 Minuten für den 12. Mann" protestierten die Ultras gegen das Krisenmanagement und die Personalpolitik von Insolvenzverwalter Klaus Siemon. Die Anhänger solidarisierten sich mit der Aktion mit vier Personen, die im Zuge der Ereignisse rund um die offizielle Trauerminute für einen verstorbenen Neonazi vor dem Spiel am 9. März gegen Altglienicke ihre Posten räumen mussten: Die Fanbeauftragte des CFC und ein Pressemitarbeiter des Vereins sowie der Stadionsprecher wurden von ihren Aufgaben entbunden. Zudem wurde ein Mitarbeiter des Stadtsportbundes entlassen, der sich positiv zur Trauerminute geäußert hatte. Die Fans ließen den Block zunächst leer und feuerten die Mannschaft erst ab der 13. Minute wieder lautstark an. Vereinzelt riefen die Ultras dabei "Siemon raus". Zudem skandierten sie den Namen des geschassten Stadionsprechers Olaf Kadner und pfiffen Radiomoderatorin Kati Huhn, die als Sprecherin fungierte, bei ihren Ansagen aus. Zu weiteren Aktionen oder Vorkommnissen kam es vor und während der Partie nicht. Auch von einer erhöhten Polizeipräsenz, die Insolvenzverwalter Siemon erbeten hatte, war rund um das Stadion nichts zu sehen.

Das Spiel stand nach den Ereignissen der vergangenen Tage unter besonderer Beobachtung. Um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, hatte der Verein vor dem Stadion kostenlose T-Shirts mit dem Aufdruck "Toleranz, Weltoffenheit, Fairness" verteilt - getragen wurden diese im Stadion aber von kaum einem Fan. Einige Zuschauer in der Südkurve warfen die Shirts sogar auf den Rasen. Auf der Tribüne verfolgten das Spiel unter anderem DFB-Vizepräsident Rainer Koch und hochrangige Vertreter des Nordostdeutschen Fußballverbandes.

Koch zeigte sich zufrieden damit, wie der Chemnitzer FC und viele seiner Fans im Spiel der Fußball-Regionalliga Nordost gegen Budissa Bautzen am Samstag Zeichen gegen Radikalismus gesetzt hätten. "Eine klare Mehrheit der Fans hat diese Position bezogen", sagte er.

Auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig war im Stadion - sie hatte sich unter der Woche mit der Mannschaft getroffen. Über Inhalte des Gesprächs wollte der Verein keine Angaben machen. (mit dpa)

Statistik

CFC: Mroß, Itter, Hoheneder (46. Blum), Velkov, Milde, Langer (84. Karsanidis), Grote, Garcia, T. Müller, Bozic (86. Mauer), Frahn.
Tor: 1:0 Frahn (53.) - Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer) - Zuschauer: 4333

Bewertung des Artikels: Ø 3.7 Sterne bei 7 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...