Der große Stanley Cup im kleinen Rosenheim: Grubauer klatschnass in Lederhosen

Stanley-Cup-Sieger Philipp Grubauer hat seine Heimatstadt Rosenheim in ein Eishockey-Mekka verwandelt. Der Nationaltorhüter präsentierte am Montag rund 1500 Fans die wichtigste Eishockey-Trophäe der Welt, die er Anfang Juni mit den Washington Capitals gewonnen hatte.

"Es ist immer noch ein Traum. Ich kann es noch gar nicht realisieren. Es hat mich brutal gefreut, dass so viele Leute gekommen sind - trotz der Hitze und später trotz des Regens", sagte Grubauer, der in eine bayrische Tracht gekleidet war.

"Keine Panik. Wir machen so viele Fotos wie möglich", rief Grubauer seinen Anhängern auf dem Sommerfestival-Gelände zu, ehe am frühen Abend ein Gewitter aufkam. Klatschnass schleppte der 26-Jährige den Cup daraufhin in den kleinen Presseraum im Rosenheimer Eishockeystadion: "Da kann man auch nichts ändern. Ich hoffe, dass trotzdem jeder Spaß hatte und ein Foto bekommen hat."

Grubauer ist nach dem früheren Bundestrainer Uwe Krupp (1996 mit Colorado Avalanche), Dennis Seidenberg (2011 mit Boston Bruins) und Tom Kühnhackl (2016 und 2017 mit Pittsburgh Penguins) erst der vierte Deutsche, der sich Stanley-Cup-Sieger nennen darf.

Nach der Saison wechselte Grubauer, der als erster deutscher Goalie den Stanley Cup gewinnen konnte, zu Colorado Avalanche. Dort soll er sich den Torhüterposition zunächst mit dem ehemaligen russischen Weltmeister Semjon Warlamow teilen.

Grubauer hatte mit Washington in der best-of-seven-Finalserie gegen Überraschungsteam Vegas Golden Knights (4:1) den Titel in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga geholt, war in den Play-offs aber meist die Nummer zwei hinter dem Kanadier Braden Holtby. In der Hauptrunde kam er zu 35 Einsätzen.

Die vom britischen Generalgouverneur von Kanada, Frederik Stanley, 1892 gestiftete Trophäe kam bereits im dritten Jahr in Folge nach Deutschland. Zuvor hatte Kühnhackl den Pokal zweimal in seine Heimatstadt Landshut gebracht. Krupp und Seidenberg verzichteten damals darauf, den Cup nach Deutschland zu bringen, da sie zu diesem Zeitpunkt ihren Wohnsitz in den USA hatten.

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