Deutsche Basketballer starten in WM - Botschaft von Nowitzki

Mit dem schweren Spiel gegen Frankreich beginnt für die deutschen Basketballer die WM in China. Die Partie hat direkt große Bedeutung für den Kampf ums Viertelfinale. Von den Ehrenplätzen erhält das Team um Dennis Schröder prominente Unterstützung.

Shenzhen (dpa) - Neun Stunden vor dem WM-Start der deutschen Basketballer schickte Dirk Nowitzki eine öffentliche Botschaft an seine Nachfolger. «Auf geht's, Jungs!!! Ich wünsche euch ein tolles Turnier!!», schrieb die Legende bei Twitter. «Wir sehen uns heute Abend.»

Der 41-Jährige wird in seiner Funktion als WM-Botschafter am Sonntag (14.30 Uhr MESZ/Magentasport) beim deutschen Kracher-Auftakt gegen Frankreich in Shenzhen erwartet. Das Wichtigste zum Spiel des Teams um Anführer Dennis Schröder im Überblick.

AUSGANGSLAGE: Nach einer starken Vorbereitung mit sechs Siegen aus sieben Partien, darunter der gewonnenen Generalprobe gegen Medaillenkandidat Australien, startet das deutsche Team voller Selbstvertrauen. «Alle sind super konzentriert. Alle sind bereit, es kann losgehen», sagte Bundestrainer Henrik Rödl. Als einzig ernsthaft angeschlagener Spieler sei auch Aufbauspieler Maodo Lo nach einer Knöchelverletzung wieder voll einsatzfähig.

GEGNER: Frankreich ist einer der Anwärter auf den WM-Titel. Besonders auf der Center-Position unter dem Korb ist das Team mit den NBA-Profis Rudy Gobert (Utah Jazz) und Vincent Poirier (Boston Celtics) stark besetzt. Auch Nicolas Batum (Charlotte Hornets), Evan Fournier (Orlando Magic) und Frank Ntilikina (New York Knicks) spielen in der stärksten Liga der Welt. Center Mathias Lessort wechselte diesen Sommer zum FC Bayern.

MODUS: Das Spiel gegen Frankreich ist gleich von sehr großer Bedeutung. Die besten zwei Teams jeder Gruppe kommen in die Zwischenrunde - was angesichts der nächsten Gegner Dominikanische Republik und Jordanien keine zu große Hürde sein sollte. Es werden aber alle Punkte mitgenommen. In der Zwischenrunde stehen zwei weitere Spiele an, voraussichtlich gegen Australien, Litauen oder Kanada. Nur die Top-Zwei-Mannschaften schaffen dann den Sprung ins Viertelfinale.

ZITAT: «Leider wird das erste Spiel sehr schwer. Sie sind das letzte Team, das uns in einem Turnier geschlagen hat. Wir würden gerne Revanche nehmen. Sie haben eine sehr junge Mannschaft, die sich noch weiter verbessert hat. Dennis Schröder ist ein sehr dominanter Point Guard, einer der besten im Turnier.» (Vincent Collet, Trainer von Frankreich)

«Irgendwann muss man die toughen Spiele spielen, wenn man weit kommen will, wird es keine leichten Spiele geben. Das ist eine Mannschaft, mit der wir uns messen müssen, deshalb darf man sich keinen verschlafenen Start erlauben.» (Johannes Thiemann, deutscher Nationalspieler)

BILANZ: Frankreich ist kein Lieblingsgegner für Deutschland. In 64 Duellen gab es nur 22 Siege, 42-mal verlor die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds. Dabei sind die Franzosen ein Dauerrivale. Das Duell gibt es nun alleine seit der WM 2006 bereits zum siebten Mal bei einem großen Turnier. Die beiden vergangenen Aufeinandertreffen im EM-Achtelfinale 2017 und der EM-Vorrunde 2013 konnte die deutsche Mannschaft für sich entschieden, vorher gab es vier Turnier-Niederlagen in Serie.

AUFTAKTSPIELE: Die Bilanz in den ersten Partien bei einer WM ist für das deutsche Team durchwachsen. Zwei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Die bisherigen Auftaktspiele und das Turnier-Resultat im Überblick:

Jahr Gegner Ergebnis Turnierabschneiden
2019 Frankreich
2010 Argentinien 74:78 17.
2006 Japan 81:70 Achter
2002 China 88:76 Dritter
1994 Griechenland 58:68 Zwölfter
1986 Puerto Rico 69:81 Vorrunden-Aus

ATMOSPHÄRE: Von der etwas bedrückenden Stimmung außerhalb der Arena will sich das deutsche Team nicht ablenken lassen. Auf dem Parkplatz des Shenzhen Bay Sports Centers waren diese Woche gepanzerte Militärfahrzeuge zu sehen. «Man hat etwas von den Problemen gehört, aber man befasst sich nicht so wirklich damit. Man macht sein Ding und konzentriert sich auf Basketball», sagte Kapitän Robin Benzing. In Hongkong, das nahe der südostchinesischen Stadt Shenzhen liegt, war es auch am Samstag wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

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