Deutscher Finaleinzug bei Turn-WM in Doha: Zittereinlage bis zum Schluss

Deutschlands Turnerinnen mussten lange warten, ehe der Einzug in das Teamfinale der WM in Doha feststand. Die Chemnitzerin Sophie Scheder feierte ein starkes Comeback.

Doha.

Sophie Scheder konnte es kaum fassen. Überglücklich lag sie sich mit ihren Teamgefährtinnen in den Armen, als bei der WM in Doha endlich der Finaleinzug feststand. Erst mit der allerletzten Übung der Britinnen fiel in der Qualifikation die Entscheidung darüber, dass die deutschen Damen am Dienstag im Teamfinale der besten acht Nationen stehen. Sie hatten im Mammutfeld schon einen Tag vorher ihre Übungen absolviert, mussten als Zuschauerinnen auf der Tribüne dann bis zum Schluss zittern. Denn der Vorsprung betrug nur die Winzigkeit von 0,107 Punkten.

Sophie Scheder, die seit Olympiabronze in Rio 2016 wieder ihren ersten internationalen Wettkampf bestritt, gelangen drei fehlerfreie Auftritte. "Ich habe abgerufen, was ich trainiert habe und bin einfach glücklich, dass ich wieder dabeisein kann", zeigte sich die Chemnitzerin, die nur am Boden nicht zum Einsatz kam, von ihrem Comeback sehr zufrieden. Fast zwei Jahre musste sie aus verletzungsbedingten (Knie-Operation) und gesundheitlichen Gründen pausieren, erlitt mehrfach Rückschläge.

Bei 100 Prozent ist sie allerdings noch nicht, gab die gebürtige Wolfsburgerin zu. Zudem wurden aus Stabilitätsgründen ihre Übungen am Schwebebalken und Barren bei den Schwierigkeiten etwas herabgestuft. Gefallen hat ihr das erst einmal nicht. Doch sie sah ein, dass die Mannschaft, für die es am Persischen Golf auch um die Qualifikation für die Heim-WM in Stuttgart 2019 und damit den weiteren Weg zu den Sommerspielen in Tokio ging, klar im Vordergrund steht. Der Schützling von Trainerin Gabi Frehse will spätestens 2020 wieder topfit sein. Am Stufenbarren ist sie mit dem Ausgangswert von 5,9 bereits schon jetzt wieder in der Weltspitze angekommen, obwohl sie mit dem Endwert von 14,058 und einem kleinen Wackler diesmal auf Platz 16 landete. Aber die gelungenen WM-Auftritte waren für die 21-Jährige vor allem "ein Neubeginn", ein "Startschuss".

Beim Auftritt der Deutschen hatten Stürme mit heftigen Regenschauern und ein damit verbundenes Stromchaos zu einer 30-minütigen Unterbrechung geführt. "Keiner wusste, was los war", beschrieb Elisabeth Seitz die Situation. Die Stuttgarterin darf nun noch dreimal bei der WM turnen. Am Stufenbarren wurde sie mit 14,566 Punkten belohnt. Das bedeutete Rang drei an ihrem Lieblingsgerät. Im Mehrkampf kam sie auf 52,798 Punkte und Rang 16. Rekordweltmeisterin Simone Biles (USA) sorgte mit 60,965 Zählern für den Bestwert. mit dpa

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