Deutsches Frauen-Trio überzeugt - Dauser zeigt Klasse

Die drei deutschen Turnerinnen Bui, Scheder und Zimmermann haben beim Heim-Weltcup zum Abschluss des WM-Jahre noch einmal gute Leistungen gezeigt. Bei den Männer erreichte nur Dauser ein Finale und wurde Vierter. Bui holt mit Rang zwei am Boden den einzigen Podestplatz.

Cottbus (dpa) - Eine Reihe guter Leistungen, ein Podestplatz für Kim Bui am Boden und eine tolle Barren-Übung von Lukas Dauser als Glanzlichter: Der 26-jährige Sportsoldat aus Unterhaching schaffte als Vierter noch die beste Platzierung der insgesamt enttäuschenden Männer-Riege.

Zum Abschluss des Heim-Weltcups kam der Unterhachinger vor 1500 Zuschauern in der ausverkauften Lausitz-Arena an seinem Paradegerät auf 15,166 Punkte. Besser waren nur der ukrainische Olympiasieger Oleg Wernjajew (15,400), der Chinese You Hao (15,400) und der Russe Wladislaw Poliatschow (15,333).

«Ich bin auf jeden Fall zufrieden», sagte Dauser, der im WM-Finale vor einigen Wochen noch Pech hatte und nach einem Absteiger eine mögliche Medaille verpasst hatte. «Hier habe ich meine Übung zweimal gut durchgeturnt und im Finale sogar noch eine Schwierigkeit draufgepackt.»

Den einzigen Podestplatz für den Deutschen Turner-Bund (DTB) beim 44. Turnier der Meister holte Kim Bui mit einer fehlerfreien Boden-Übung (13,500), die für Rang zwei hinter der Ukrainerin Anastasia Bachinska (13,533) reichte. «Das war ein schöner Abschluss eines gelungenen Jahres mit dem Höhepunkt der WM», sagte die 30 Jahre alte Stuttgarterin, die am Barren Fünfte geworden war. «Die Barren-Übung war in Ordnung. Die Flugverbindung war etwas unsauber. Aber in dem bockstarken Feld hätte es für das Podium ohnehin nicht gereicht.»

Neben Bui zeigten in Abwesenheit der beiden besten deutschen Top-Turnerinnen Elisabeth Seitz und Sarah Voss auch die wieder genesene Sophie Scheder und die junge Lisa Zimmermann gute Vorstellungen. Insgesamt stand das Frauen-Trio in sechs Finals. «Ich bin mit den Auftritten der Mädchen sehr zufrieden, auch wenn die beiden Absteiger am Balken am Ende ärgerlich waren», sagte Cheftrainerin Ulla Koch.

WM-Pechvogel Sophie Scheder meldete sich acht Monate vor Olympia zurück. Vor sieben Wochen hatte die 22-Jährige 24 Stunden vor den Titelkämpfen in Stuttgart wegen einer Verletzung am Rücken und an der Schulter noch enttäuscht ihren WM-Traum begraben müssen. In Cottbus zeigte die Chemnitzerin ihr Kämpferherz. Laut Koch ist mit Scheder auf dem Weg zu den Spielen 2020 zu rechnen. «Sie ist auf gutem Weg.»

Mit Platz acht am Barren und Rang sieben am Balken, den sie einmal verlassen musste, war Scheder nicht ganz glücklich, konnte aber am Ende damit leben. «Ich bin froh, dass ich mal wieder einen Wettkampf geturnt habe. Wenn man bedenkt, dass ich erst seit zwei Wochen wieder richtig im Training bin, kann ich zufrieden sein. Jetzt blicke ich positiv Richtung Tokio», sagte sie.

Beeindruckend war die Weltcup-Premiere des Top-Talents Lisa Zimmermann. Die 16-jährige Schülerin aus Chemnitz zog in zwei von drei mögliche Finals ein. Mit ihren beiden Sprüngen kam sie auf eine Gesamtnote von 13,866 Punkten und wurde Siebte. Ihr Jurtschenko mit Doppel-Schraube wurde zweimal mit einer Wertung jenseits der 14,10 Punkte belohnt. «Es war mein erster Weltcup, da war ich schon etwas nervös. Aber das pusht mich noch mehr. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen», sagte Zimmermann.

Auch ihre Schwebebalken-Übung (12,433) konnte sich trotz eines Absteigers beim Grätschsprung mit halber Drehung sehen lassen. «Vielleicht habe ich da zu viel nachgedacht. Aber daraus werde ich lernen», sagte Zimmermann, die wie die gleichaltrige WM-Teilnehmerin Emelie Petz aus Backnang zu den DTB-Hoffnungen für die Zukunft gehört. Koch lobte ihren Youngster, den sie nach dem Balken-Finale und Rang sechs tröstend in den Arm nahm: «Es ist super, dass Lisa in diesem starken Feld zwei Finals erreicht hat. Sehr schade, dass sie am Balken noch absteigen musste. Mit ihrer Übung ist sie absolut konkurrenzfähig. Sie gehört zum Kreis der Olympia-Kandidatinnen.»

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